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Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands · 1919-07-01 · 3/5 (Juli/September 1919) · p. Seite 114

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Journal
Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
Volume
10 (1919)
Issue
3/5 (Juli/September 1919)
Date
1919-07-01
Page
Seite 114 (sequence 66)
Language
German
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114 der nächsten Woche sprach, die Minderheit sich verdreifachte; von 13 wurden es nämlich 36. Rechtsanwalt Pasch: Diese Feststellung trifft leider nicht zu, wie ich dem Herrn Verbandsvorsitzenden erwidern muß. Es handelte sich da lediglich um eine Frage der Taktik, nämlich in welcher Weise bei der Beratung und Besprechung weiter prozediert werden sollte, wo allerdings Herr Kollege Apfel für die von ihm vertretene taktische Ansicht eine Mehrheit von vielleicht 46 von 60 Anwesenden hatte. Meine Damen und Herren I Als wir hierher kamen, fiel uns namentlich der Antrag vom rheinisch-westfälischen Bezirk auf, der durchaus auf ein Aufgeben der Neutralität hinstrebte. Dieser Antrag ist erfreulicherweise zurückgezogen, und ich glaube, es herrscht nunmehr Einstimmigkeit, daß wir die Neutralität aufrechterhalten wollen. Nun handelt es sich lediglich praktisch um folgende Frage: sollen wir einen besonderen Paragraphen einfügen, der unser Verbandsziel zun: Ausdruck bringt, positiv zum Ausdruck bringt, was bisher das Verbandsstatut nicht enthält; oder sollen wir, ohne die Statuten zu ändern, im Wege einer Resolution es machen? Wir Berliner sind dafür, es im Wege einer Resolution zu machen, während die anderen unter Zersplitterung in eine große Anzahl von Einzelanträgen das machen wollen durch Einfügung eines besonderen Paragraphen. Die Erbitterung, mit der hier gekämpft wird, ist nur erklärlich aus dem historischen Verlauf, nämlich aus den teilweise irrigen Ansichten, die durch das irühere Vorgehen des Herrn Antragstellers, des Herrn Rechtsanwalts Apfel, auf vielen Seiten hervorgerufen worden sind. (Sehr richtig!) Ich möchte da folgendes bemerken: uns Berlinern war der Antrag Apfel, soweit wir schon einige Jahre in der Vereinsarbeit tätig waren, nicht ganz überraschend, denn, Kollege Apfel, wenn Sie sich vielleicht auch in diesem Moment dessen selbst nicht ganz bewußt sein mögen, wir Berliner haben das Wachsen Ihrer Idee auf diesem Gebiete seit etwa dem Jahre 1912 oder 1913 beobachten können. (Hört, hört!) Sie sind von Zeit zu Zeit immer wieder auf die Ideen zurückgekommen, die die Ziele des Verbandes und auch des Berliner Vereins um eine gewisse Nuancierung verändern sollten: und Sie waren sich anscheinend all die Jahre über nicht ganz klar darüber, wie weit Sie gehen sollten. Sä? erinnere Sie an Ihren seinerzeitigen Plan, den Jüdischen Jugendbund Berlin durch einen Gabriel Riesser-Verein abzulösen, und an manche anderen Aeußerungen. die Sie getan haben und an die ich Sie hier erinnern möchte. Meine Damen und Herren! Diese Unklarheit des Herrn Antragstellers, wie weit sein Antrag, der hier gedruckt vorliegende zurückgezogene Antrag, den wir aber historisch nicht ganz übergehen können, begrifflich gehen soll, war auch noch in den letzten Wochen vorhanden. ’ Es ist hier schon von anderer Seite betont worden, daß die gedruckte oder durchgeschlagene Begründung, die den einzelnen Vereinen zuging, durchaus dahin aufgefaßt werden sollte, daß da etwas Deutsch - völkisches — nicht nur Deutsch - vaterländisches, sondern

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