Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 10 (1919)
- Issue
- 3/5 (Juli/September 1919)
- Date
- 1919-07-01
- Page
- Seite 113 (sequence 65)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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113 wollen un? organisieren — ja, warum haben Sie sie dann nicht an die Wanderorganisation der jüdischen Jugendbünde gewiesen? (Lebhafte Zustimmung.) Da hätten die jungen Leute mit wandern können und vielleicht auch zur Gründung von Sportgruppen und dergleichen mit beitragen können, ohne irgendwie in ihrer deutschvaterländischen Gesinnung Schaden zu erleiden, denn dafür sorgen wir neutralen Vereine schon, daß kein Mitglied von den anderen Angehörigen tri seinen grundlegenden Meinungen behelligt wird. (Vorsitzender Dr. Apfel-. Blau-WeißI Gegen Blau-Weiß sagen Sie nichts!) — Heber den Blau-Weiß habe ich bisher nicht gesprochen. Ich wollte mich dazu an einer anderen Stelle zum Worte melden, nämlich morgey. Ich bemerke, da der Herr Vecbandsvorsitzende dieses Thema ehen anschneidet, hierzu, wir in Berlin haben, als wie die Wandergruppe gründeten in unserem neutralen jüdischen Jugendbund, uns sofort der intimen Feindschaft des Blau-Weiß, der angeblich neutral ist, genau so neutral, wie die angeblich so neutralen Wandert, »gel^Organisationen, bei denen dann bloß der Pferdefuß in den prak ischen Bestimmungen über die Leitung zum Ausdruck komnit —, wir haben uns sofort der Anfeindung des Blau-Weiß gegenübergesehe t und haben in der Abwehr ihn recht scharf bekämpft. Ich m;ine, es ist eine sehr wesentliche Forderung, daß der Verband und »ie Verbandsvereine sich einmal praktisch mit der Frage beschäftig;n, wie man die Politisierung der unmündigen Schuljugend bekämpf. Das gehört aber hier zu diesem Punkte nicht her: darüber müssen wir uns morgen unterhalten. Wir wollen ja auch^ nicht, daß unsere Mitglieder in den Blau-Weiß eintreten; sie sollen. zu uns kommen. Und ich meine, das Bestehen des Blau-Weiß ist kein Anlaß, dw; man uns und unseren Wanderorganisationen die Kameradenorgauisation auf den Hals setzen. Was nun >ie Neutralitätsfrage im engeren Sinne anlangt,, so bemerke ich ein eilend: der jüdische Jugendbund Berlin hat sich in einer außerordentlichen Generalversammlung, die an drei Mittwoch- Abenden in au einander folgenden Wochen stattgefunden hat. mit dieser Frage beschäftigt. Beim ersten Abend kamen als Verteidiger des damals vor iegenden Antrages Apfel die Geschäftsführerin Fräulein Dr. Cora Berliner sowie auch Herr Lehrer Stein zum Wort, a;N zweiten Mittwo h der Herr Verbandsleiter selbst. Am ersten Vereinsabend hat am knde der Aussprache eine Abstimmung stattgefunden, die das Ergebn s hatte, daß von den in diesem Moment Anwesenden % sich gegen l en damals vorliegenden Antrag Apfel aussprachen, Yn dafür. Wir haben im Vereine, während wir sonst unseren Delegierten keir e besondere Marschroute mitgaben, uns schließlich dahin entschlossen, die Telegiertenwahl neu vorzunehmen, lediglich unter dem Gesicht spunkte des Verhältnisses zum Antrag Apfel, wie er damals vorlag, und zwar fünf von den uns sechs zustehenden mit der strikten Mc rschroute, dagegen zu stimmen, während der sechsten, Fräulein De. berliner, die Abstimmung freigegeben wurde. Vorsitzende, Dr. Apfel: Ich erachte es im Interesse der Loyalität für richtig, zu rrwähnen, daß, als ich im Berliner Jugendbund in