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Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands · 1919-07-01 · 3/5 (Juli/September 1919) · p. Seite 115

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Journal
Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
Volume
10 (1919)
Issue
3/5 (Juli/September 1919)
Date
1919-07-01
Page
Seite 115 (sequence 67)
Language
German
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115 Deutsch»völkisches — hineingetragen werden sollte. Fräulein Dr. Coro Berliner iunb ebenso Herr Lehrer Stein haben an dem ersten der drei Abende, die wir der Besprechung dieser grundlegenden-Auffassung gewidmet haben, eine Begründung gegeben, die sämtliche Anwesende als nicht neutral und Deutsch - vaterländisch, sondern einseitig Deutsch - völkisch bei uns im Jugendbunde aufgefaßt haben. (Heiterkeit.) Es ist allgemein ausgefallen, daß, als eine Woche später Herr Rochtsanwalt Apfel sprach, er denselben Antrag, dessen ' Vater er ist, wahrend man Fräulein Pr. Berliner, als seine getreue Mitarbeiterin, vielleicht als die Mutter dieses Antrages bezeichnen darf (Heiterkeit) —, daß er diesen Antrag in einer ganz anderen, viel abgeschwächtercn Weise begründet hat, als dies acht Tage vorher in unserer Mitte — und das lassen wir uns auch durch kein Gelächter ausreden — geschehen war. Und deswegen, meine Damen und Herren, dieses Mißtrauen und auch dieses Mißtrauen gegen die vorgeschlagene Fassung, Einfügung eines Paragraphen 2, die an sich nach den Worten ganz unbegründet wäre. (Sehr richtig!) Ich stehe gar nicht an, zu erklären, daß, wenn der von Herrn Rechtsanwalt Apfel vorgeschlägene Wortlaut des 8 2 verbessert wird durch den Antrag Levin-Leipzig, d. h. daß die ausdrückliche Wahrung striktester Neutralität hineinkommt, und daß vielleicht — ober darauf wollen wir gar nicht einmal maßgebendes Gewicht legen — „vaterländisch" durch „staatsbürgerlich" ersetzt wird —, ich glaube, das ist keine Frage von grundstürzxnder Bedeutung —, daß dann gegen den Antrag kaum etwas eitizuwenden ist. (Sehr richtig!) Und es ist lediglich eine Frage der Praxis, ob man den Paragraphen ausdrücklich einfügen will oder! ob man etwa dasselbe auf dem Wege einer Resolution machen will, wie wir Berliner es Ihnen Vorschlägen. Sowohl dieser abgeschwächte Antrag 8 2 als auch die Resolution würden Ihnen den , Kompromißboden bieten, der im Interesse aller Beteiligten, nachdem die Sache hier einmal, wie wir Berliner glauben, überflüssigerweise, aufgerührt ist, geboten ist. (Vorsitzender: Die Zeit ist um!) — Darf , ich bitten, mich noch 5 Minuten anzuhören? (Rufe: Jawohl!) , Vorsitzender Pr. Apfel: Es ist der Vorschlag gemacht, Herrn Rechtsanwalt Pasch noch 5 Minuten anzuhören. Wer ist dafür? -r- Jch bitte uni die Gegenprobe! — Der Antrag ist angenommen. Ich bitte, fortzufahren. Rechtsanwalt Pasch: Meine Damen und Herren! Sowohl unsere Resolution" als auch der 8 2, wenn Sie ihn mit dem Anträge Leipzig verbinden und die Wahrung striktester Neutralität da hineinschreiben. ist eine ganz akzeptable Kompromißlösung, gegen die begrifflich kaum jemand etwas haben kann, er mag ein extremer Liberaler oder Orthodoxer oder Zionist sein. Wenn wir Sie bitten, lieber eine Resolution zu wählen — und ich bin überzeugt, welche von beiden Lösungen auch gefunden werden möge, kein Vereinsmitglied hat einen gerechtfertigten Anlaß, nicht mehr bei unserer gemeinsamen Arbeit mitzumachen —, wenn wir Berliner Sie trotzdem bitten, diese Resolution mit vielleicht etwas geändertem Wortlaut anzunehmen, fq geschieht daS deswegen, weil wir verhüten wollen, j

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