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Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands · 1919-07-01 · 3/5 (Juli/September 1919) · p. Seite 104

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Journal
Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
Volume
10 (1919)
Issue
3/5 (Juli/September 1919)
Date
1919-07-01
Page
Seite 104 (sequence 56)
Language
German
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104 „Ter Verband der jüdischen Jugendvereine Deutschlands bezweckt die Förderung der gemeinsamen Interessen der in Deutschland bestehenden jüdischen Jugendvereine, die 1. bereit sind, für alle jüdischen Ideale zu wirken, 2. dem Jndifferentismus bewußt entgegcnzuarbeiten, und 3. beizutragcn zur Förderung einer gesunden Lebensweise der Jugend in Deutschland. " Rabbiner Dr. Lewin-Leipzig: Meine Damen, und Herren! Ich glaube, jeder von uns, der sich hier im Saale befand, folgte den einleitenden Ausführungen des Herrn Verbandsvorsitzenden heute früh mit äußerst gemischten Gefühlen. Sollte es ein Geschäftsbericht sein, der uns erstattet wurde, so löste er recht große Enttäuschung aus. Er bestätigte das, was ich als Feldrabbiner draußen 4 Jahre lang immer wieder hören mußte, daß eigentlich in den wichtigen Kriegsjahren unser Verband so gut wie versagt hat. (Große Unruhe.) Jetzt ist die Rückkehr, zu Friedensverhältnissen möglich. Jetzt liegen die Entschuldigungsgründc nicht mehr vor, die man etwa in dem Zusammenhang einschalten kann. Jetzt ist es unbedingt erforderlich, bafe1 die Verbandsleitnng wieder versuchen muß, mit den einzelnen Vereinen im Lande Fühlung zu gewinnen, Wäre das vor dieser Tagung der Fall gewesen, — ich bin iiberzeugt, daß wir uns dann heute mit den: Apfelschen Anträge überhaupt nicht hätten zu beschäftigen brauchen. Er ist, glaube ich, nur aus einer völligen Verkennung der Situation möglich gewesen, aus einem völligen Mißverstehen der Stimmung, mit der insbesondere die Kriegsteilnehmer aus dem Felde zurückgekehrt sind. (Widerspruch.) Wenn gestern abend hier der Ausspruch gefallen ist, daß vielleicht heute einem neutralen Jugendbunde das Grab gähne, so beneide ich fürwahr diejenigen nicht, die dazu beitrugen, es zu schaufeln. Umgekehrt meine ich, daß diejenigen, die unbedingt an der Neutralität festhaltcn, sich nichts vergeben, wenn sie ihrerseits entgegenkommen, wenn sie ihrerseits eine Brücke bauen, die auch dem Gegner eine Einigung, eine Verständigung ermöglicht. (Beifall.) Und das soll nicht aus den Gründen heraus geschehen, die Herrn Apfel bewegten, sondern zu ausgesprochen positiven Zwecken. Wer unser Verbandsstatut unvoreingenommen liest, merkt, daß in ihm eine Lücke klafft. Es fehlt jede Andeutung über das Programm, das uns eint und verbindet. Derartiges muß vorhanden sein, und ich begrüße es deshalb freudig, daß wir so vom Negativen dazu kommen, Gelegenheit zu etwas Positivem zu finden. In dieses Programm gehören natürlich lauter Selbstverständlichkeiten hinein. Die stehen in dem beantragten 8 2. Sie müssen aber samt und sonders so lauten, daß ihnen jede Spitze gegen irgend ■ eine Richtung des deutschen Judentums abgebogen, daß ihnen jede Schärfe genonnnen wird.^ Eine solche Schärfe, einen solchen Giftzahn, der ausgebrochen werden muß, erblicke ich in dem Ausdruck...vaterländisch". (Stür-. Mischer Widerspruch und Zischen.) Vorsitzender Di-. Apfel: Ich möchte als Vorsitzender, nicht als Antragsteller, Herrn Di-. Lewin nachdrücklich ersuchen, diese Aeuße-

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