Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 10 (1919)
- Issue
- 3/5 (Juli/September 1919)
- Date
- 1919-07-01
- Page
- Seite 103 (sequence 55)
- Language
- German
- Belongs to
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103 in Anspruch 'nimmt, so bin ich persönlich der Ansicht, daß et sich da in einer Sei isttäuschung befindet, die uns in diesem Zusammenhang nicht zu int, ressieren hat. Und Wern dennoch einer von Ihnen das überfeine Empfinden hat, der Zionist könnte sich an dieser Formulierung des § 3 stoßen, dann beachten Sie aber auf der anderen Seite, was ich vorhin sagte: Es ist viel m und abervielen deutschen Juden in und außer dem Verbau )e heute ein zwingendes Bedürfnis, die vaterländische Gesinnung in der Jugendbewegung zu betonen und zu betätigen. Wenn Sie d esc Leute zurückstoßen und, nachdem ein solcher! Antrag ihnen vorgel:gt ist, ihn etwa ablehnen, dann bedeutet dies nicht nur die Ablehnung der bloßen Formulierung, sondern kann und wird nicht anders aufgefaßt werden, als daß der Verband von vaterlän^ bischer Gesinnung nichts wissen will. (Zuruf: Der Antrag hättenicht eingebrrcht werden dürfen.) Tie Personen, die den Antrag eingebracht habm, hielten es für ihre heilige Pflicht, diesen ihren Gedanken im Interesse unserer Arbeit Ausdruck zu geben, und Sie Ihrerseits hiben nunmehr die Verpflichtung, diese Gedanken und Gefühle zu respektieren. Ich bin am Schluß. Sie stehen vor der Frage: Wollen Sie wegen irgend einer feinen Ueberempfindlichkeit es dahin kommen lassen, daß!ie beantragte Festlegung der vaterländischen Gesinnung abgelehnt w rd, obwohl dies von einen, großen Kreise in unseren Reihen als mbedingt notwendige Grundlage unserer Arbeit gefordert-wird? Wollen Sie tatsächlich diese mit glühendem Interesse an unserer Arb, it erfüllten Personen und Vereine von sich stoßen, und zwar nur de Halb, um nicht bei anderen Gruppen Anstoß zu erregen, die an unserer Tätigkeit nur geringen Anteil nehmen? Das ist klipp und klar di, Frage, die der Entscheidung harrt. Nehmen Sie den beantragten 8 2 an, dann ist die neutrale Grundlage gewahrt und Sie haben, chne sich selbst einen Gewissenszwang aufzuerlegen, allen denen Gerechtigkeit widerfahren lassen, die da sagen, ich kann mir eine Jugentarbeit nicht denken, ohne daß neben der Pflege aufrechten Judentums auch die vaterländische Gesinnung als Grundlage unserer Tätigkeit sichergestellt ist. Lehnen Sie den 8 2 ab, dann werden Sie — unter der schwersten Gefährdung unseres Verbandes,— alle diese we ctvollen Kräfte von sich weisen und wahrscheinlich in eine einseitige Ertwicklung treiben, die Sie und ich nicht wünschen. Ich habe es immer gehofft, daß aus unserer Jugendbewegung heraus die positiven, in einmütiger Arbeit schaffenden Kräfte sich sammeln werden, die, ab eits von jedem fanatischen Radikalismus, in ehrlichem, nüchternem Wirklichkeitssinn die gewaltigen Probleme lösen wollen, an die unser: Zeit so überschwer ist. Wenn Sie den Ihnen vorgelegten Antrag rblehnen, so fürchte ich, daß dieser Beschluß in den entgegengesetzte, Weg führt. (Lebhafter, anhaltender Beifall.) Vorsitzender vr. Apfel: Es ist folgender Antrag eingelaufen: Zu.8 1: