Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 10 (1919)
- Issue
- 3/5 (Juli/September 1919)
- Date
- 1919-07-01
- Page
- Seite 93 (sequence 45)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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93 vom Kampfe gegen die jüdischen Gegner des. Centralvereins, gegen die Zionisten urd die Methode, die in diesem Kampfe zu beobachten märe, die Rede ist. Ich mache dem Centralverein aus seiner Haltung keinen Vorwurf, weil ich ihn eben für eine Kampforganisation halte, aber die Verspr rchungen, die Herr Dr. Apfel und Frl. Dr. Cora Berliner uns gi genüber damals eingegangen sind, haben sich nicht erfüllt, denn sie haben diese unneutrale Haltung des EentralvereinSmitgemacht und sich nicht veranlaßt gefühlt, ihre Aemter niederznlegen. Sie habcn die Unneutralität noch weiter getrieben, indem sic diesem Artikel les Centralvereins in unserem Verbandsorgan Aufnahme gegeben jaben, was eine strikte Aufgabe der Neutralität bedeutet. Ich möchte wissen, welches Geschrei sich erhoben hätte, lvenn wir Zionisten aff den Seiten unseres Verbandsorgans für irgendwelche zionistisch! Kampfpropyganda eingetreten wären. (Sehr richtig!) Ich ziehe Uso heute nach einem Jahre die Konsequenzen. Wir haben zu forder i, daß Herr Dr. Apfel und Frl. Dr. Berliner aus dem Vorstande des Centralvereins ausscheiden. (Sehr richtig!) Und zwar mit der Begründung. daß der Centralverein auch künftighin keine neutrale Politik betreiben kann und daß infolgedessen' unsere beiden Vorstandsmitglieder dauernd in Konflikt mit sich und mit unseren Verban rstendenzen kommen werden. Sie habqn gesehen, wie das auch in diesem Paragraphen, in den grundlegenden Aenderungen der Vere nsstatuten zum Ausd/uck kommt, und der, mit allem, was sich daran mgeschlossen hat, den heutigen Vormittag mit einer öden Debatte fast vollkommen ausgefüllt hat. Ich hoffe, daß wir zu einer sachlichen lleurteilung - der Fragen kommen werden, die uns wirklich beschäftigen müssen und sehe mich zu dieser Abwehr nur gezwungen, weil ich glaube, im Interesse des Verbandes diese Stellungnahme fordern zu müssen. Wie unneutcal der Centralverein gegen uns stand — er ist,ja in unserem Vors ande vertreten, wozu ich ihm als einer Kampforganisation für meinc Person mindestens auch die Berechtigung abspreche (Sehr richtig!) — und wie unneutral er wirkt, das.geht daraus" hervor, daß er jetzt selbst die beschönigenden Worte des Herrn Justizrats Brodnitz ausgenommen hat, und daß er jetzt von sich aus daran geht, euiene Jugendgruppen zu gründen, und uns dcunit das Feld abzugraben. Ich kann Ihnen aber im weiteren Kreise derraten, was vielen unter Ihnen kein Geheimnis ist, daß diese Jugendgruppen zu dem bestimmten Zwecke geschaffen werden, die Jugend gegen den Zionismus mobil zu machen (Sehr richtig!) und diese Politik verbitte ich mir von unseren Vertretern (Unruhe und Ohorufe!) Ich verk itte mir, daß unsere Vorstandsmitglieder in diesem Sinne im Centxalverein Mitwirken. (Unruhe und Widerspruch. Zurufe: Das ist Privatsache! Unlogisch!) Ich finde das logisch! Darüber können j wir einmal eine private Diskussion über Logik abhalten. Ich möchte nun glauben, daß wir wichtigeres zu tun haben, als uns mit diesen Streitereien dauernd zu beschäftigen, die nur von der andern Seite provoziert werden. Ich hätte dazu sonst keinen Anlaß gefunden.! Ich möchte nur sagen: Warum sind uns alle die