Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 10 (1919)
- Issue
- 3/5 (Juli/September 1919)
- Date
- 1919-07-01
- Page
- Seite 92 (sequence 44)
- Language
- German
- Belongs to
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92 Antrag Lazarus, sind fast spurlos untergegangen. Wir haben leider nichl alle wi>. der Verbandsvorsitzende einen Ueberblick über sämtliche Anträge. Ich bitte, gerade diese Anträge zu vervielfältigen und sie den Delegierten zur Verfügung zu stellen. Dr. Hcilbronn-Nürnberg (zur Geschäftsordnung): Meine Damen und Herren! Angesichts des Umstandes, daß die süddeutschen Vereine bisher noch gar nicht zu Worte gekommen sind, möchte ich den Standpunkt der süddeutschen Vereine auch etwas darlegcn -- Vorsitzender I)r. Apfel (unterbrechend): Ich möchte jetzt die Mittagspause eintreten lassen. Wenn einzelne das Bedürfnis haben, in der Mittagspause irgend lvelche Beratungen zu pflegen, so wird ihnen das Bureau jede Unterstützung zuteil werden lassen. Es ist aber ausgeschlossen, daß wir nachher etwa zu Gunsten bestimmter Konimiisionsredner unsere Rednerliste ändern. Wir kommen am besten weiter, wenn wir uns zunächst aussprechen. (Sehr richtig!) Es ist jetzt genau 1 Uhr 5 Minuten. Punkt 3 Uhr 5 Minuten —, aber auf die Minute! — wird die Tagung fortgesetzt. (Mittagspause.) siachmittagssitzung 3 Ut)r. Vorsitzender Dr. Apfel: Tie Dclegierten-Versammlung wird fortgesetzt. Das Wort hat Dr. Wolfhcim-Erfurt. Div nu-d. Wolfhcim-Erfurt: Meine Damen und Herren! Als wir uns anläßlich einer Vorstandssitzung vor einem Jahre zum letzten Male versammelten, da warnte ich Sie ini Namen einer nicht unbeträchtlichen Minderheit vor der engen Personalunion zwischen dein Centralverein und unserem Verband. Unsere Warnungen wurden damals in den Wind geschlagen, und zwar, wie es in dem damaligen Protokoll heißt: Nur der Himveis daraus, daß man von Geheimrat Fuchs eine Führung des Centralvereins erwartete, die den Verein nicht in den Kampf gegen bestimmte Richtungen drängt, und die Hoffnung, daß die Ncugewählten eine Unnentralität nicht mitmachen würden, vermochte die Delegierten zu bclvegen, von bestimmten Entschlüssen abzusehen. Sie haben gesehen, wie sich inzwischen die Dinge entwickelt haben. Ich habe Ihnen damals ausgeführt, daß ich dem Centralverein, als einer ausgesprochenen Kampforganisation, eine neutrale Haltung nicht zubillige, aber auch gar nicht zumuten könne, und die Erfahrung hat mir recht gegeben. Ich möchte Sie kurz auf folgende Tatsachen Hinweisen, die mir gegen eine neutrale Haltung des Centralvereins zu sprechen schienen. Ich darf voraussetzen die Artikel des Herrn Geheimrat Fuchs, die in den „Neuen Jüdischen Monatsheften" unter der Ueberschrift erschienen sind: „Was nun?" nnd den Artikel, der in der ersten Nummer unserer Verbandszeitschrift unter dem Titel erschienen ist: „Wie ich mir das zukünftige Programm des Centralvereins denke", wo er klipp und klar die zwei Kampffronten des Centralvereins bespricht, die antisemitische und die innerjüdische, und wo