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Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands · 1919-07-01 · 3/5 (Juli/September 1919) · p. Seite 94

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Journal
Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
Volume
10 (1919)
Issue
3/5 (Juli/September 1919)
Date
1919-07-01
Page
Seite 94 (sequence 46)
Language
German
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64 schönen Worte vom vorigen Jahre noch nicht erfüllt worden? Wasist aus der Verbandstagung der weiblichen Jugendgruppen und ihrer Führerinnen geworden, was aus der Errichtung der Bezirksverbände und der versprochenen intensiven Unterstützung der Provinzialvercine durch die Zentrale? Auf jedem Verbandstage hören wir immer Lobeshymnen über die hebräische Sprache, wie nötig und wichtig das ist, die hebräische Sprache und das religiöse Leben in der Jugend zu heben. — Vorsitzender I>r. Apfel: Herr I)r. Wolfheim, die Versammlung war sich darüber einig, heute nur über drei bestimmte Punkte zu sprechen. Es ist nicht angängig, daß Sie allein auf andere Sachen eingehen und die anderen nicht. Ich bitte, sich streng an den Beschluß zu.halten. I)r. Wolsheim: Ich glaubte, in der Generaldebatte kann man über alle Tinge sprechen. Ich habe Ihnen auch gesagt, daß ich ein Generalreferat ausgearbeitet habe. Vorsitzender Dr. Apfel: Ich muß Sie ersuchen, sich den Anordnungen der Telegierten-Versammlung zu fügen. Dr. Wolsheim: Das ist, was ich zu dem Punkte Neutralität zu sagen habe. Jetzt kommen wir zu dem zweiten Punkte, zu den Gegenwartsfragen der jüdischen Jugend, unter denen als die wichtigste die Kongreß- und die Palästinafrage dastehen. Sie alle kennen ja die Beschlüsse des Centralvereins und wissen, daß durch eine laue Resolution der Kongreß nicht abgelehnt, aber ad cajendas graeeaa, auf deutsch auf eine bessere Zeit, verschoben worden ist. Damit können wir Jungen uns nicht genug sein lassen. Wir haben ein Recht, diesen Kongreß zu sordern, und zwar unter einer bewußt jüdischen Tendenz. Ich möchte sagen, daß ich mich im allgemeinen als Mitglied des Jngendverbandes mit den Thesen, die zu dem Kapitel Kongreß aufgestellt worden sind, einverstanden erklären kann, mit einer einzigen Ausnahme, die meiner Meinung nach auch schon durch den Antrag irgend eines Vereins ausgemerzt werden soll. Meiner Ansicht nach darf es nicht heißen: „An dem sämtliche deutschen Juden ohne Gewissenskonflikte teilnehmen können, sondern „an dem sämtliche Fichen in Deutschland teilnehmen können." (Widerspruch. Zuruf: Ausgeschlossen!) Lb das ausgeschlossen ist, darüber wollen wir reden. Wir stehen auf deni Standchrnkte, daß man das jüdische Leben Teutichlands demokratisieren soll. Ueber dieses Grundprinzip haben wir uns geeinigt. Auf der'einen Seite reden Sie von Demokratisierung und wenn Ihnen dann die Forderungen dieses Prinzips klargemacht werden, dann sagen Sie: ausgeschlossen! (Sehr richtig!> Also, ich stehe auf diesem Standpunkte und werde ihn weiter vertreten. Ueber Gemeindepolitik kann ich dann hier auch nicht sprechen.. (Zuruf: Gott sei Tank!) Das glaube ich. . Tann möchte ich Ihnen folgendes sagen: Die Aengstlichkeit der deutschen Juden im ganzen, von einer gesicherten wirtschaftlichen und materiellen Stellung bei einem energischen Eintreten für das internationale Judentum verlieren zu können, führt sie zu derartigen

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