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Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands · 1919-07-01 · 3/5 (Juli/September 1919) · p. Seite 81

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Journal
Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
Volume
10 (1919)
Issue
3/5 (Juli/September 1919)
Date
1919-07-01
Page
Seite 81 (sequence 35)
Language
German
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— 81 betrachtet erzielt hat, die Tatsache, daß wir in dieser großen Anzahl hierher kommen konnten, war nur möglich auf den Flügeln der Neutralität. Ja, selbst die Kongreßidee, die heute als mächtige Welle durch die Judenheit aller Länder geht, ist ihrer inneren Struktur nach nichts anderes als eine Kopie unserer Neutralität. Man hat überall eingesehen, daß es nicht bloß in Deutschland, sondern allüberall keine andere Möglichkeit für die Zusammenarbeit an den Gesamtausgaben der Jndbnheit gibt, als auf dem Wege eines allgemeinen Kongresses, der, als Institution gedacht, ebenfalls auf neutraler Basis beruhen muß. Tie Idee Apfels ist bewußt oder unbewußt ein Ableger des.. Ceutralvereins. Man kann die jüdisch-politischen Aufgaben im Centralverein erfüllen; ich selbst bin Mitglied diese» Organisation.' Aber obwohl ich selbst auf dem letzten Kongreß dc<- Jugcndvcrbändes in Frankfurt für eine Zusammenarbeit mit dem Centralvercin aufdaS nachdrücklichste plädiert habe, obwohl ich es war, der auf dem Kongreß in energischster Weise für dieses Zusammenpaktieren gearbeitet hatte, bekenne ich trotzdem heute, daß unsere damalige Stellungnahme'ein folgenschwerer Fehler gewesen ist. Wir sind, das. muß offen bekannt werden, in eine Art Abhängigkeit vom Centralvercin geraten, von der wir uns unter allen Umständen losmachcn müssen. (Sehr richtig!) Unser Freund, Kommerzienrat Stein, nannte das Verhältnis zu den Organisationen eine Art „protegierender Teilnahme der Organisationen". Tiefe Protektion der verschiedenartigsten Organisationen, die ganz unberechtigterweise in unserem Vorstand vertreten sind, paßt mir nicht. Davon abgesehen, daß diese Vertretung nicht auf Gegenseitigkeit beruht, daß wir also auch in den Vorständen dieser Organisationen fast nicht vertreten sind, hat die jüdische Jugend Kraft und Macht genug, in ihrer eigenen Mitte den von ihr für richtig erkannten Weg zu gehen. (Sehr richtig!) Sie muß und wird diesen Weg von sich aus finden! » Im übrigen verstehe ich den Centralvercin überhaupt nicht.» Wir bähen lnmte aus dem Munde des Herrn Dr. Apfel gehört, und er hat die/es als Begründung seines Antrages vorgebracht, daß sich überall die vom Centralvercin protegierten Kameraden - Vereine, Sport-Vereine usw. bilden. Diese neuen Vereinsbildungey aber seien für unsere Bewegung eine große Gefahr. Ja, meine Damen und., Herren, wo bleibt denn da die Freundschaft des Centralvereins für uns? Zeigt sich hier der Centralvercin als unser Freund? Aber auch diese „Kameraden" schrecken mich durchaus nicht. Sie werden, wie sie gekommen sind, auch wieder verschwinden. Tenn ihnen fehlt die lebendige Idee, werbend in der jüdischen Fugend zu wirken — sie haben kein jüdisches Programm. Wie kommt der Centralverein dazu, solche Gründungen zu protegieren?. (Sehr richtig!). Solche Gründungen, die sich gegen uns wenden? Der Centralverein, der immer betont und hier durch seinen Vertreter betonen läßt, er sei unser intimster Freund, gründet und unterstützt Vereine, die uns in dieser Zeit den Kampf noch erschweren, die Zersplitterung vermehren und verbitternd wirken! (Sehr richtig! Zuruf: Zionisten!) Meine ' ' . . . ' .

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