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Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands · 1919-07-01 · 3/5 (Juli/September 1919) · p. Seite 79

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Journal
Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
Volume
10 (1919)
Issue
3/5 (Juli/September 1919)
Date
1919-07-01
Page
Seite 79 (sequence 33)
Language
German
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7» einer programmatischen Festlegung im Ginne des Antrages Apfel den Antrag des Berliner Jugendvereins als Entschließung des Delegiertentages anzunehmen." Unterlassen Sie doch,- Anträge einzubringen, die dahin gehen/ daß wir einen anderen Antrag annehmen sollen. Das geht natürlich zu weit. Ich kann dagegen nichts tun, aber auf diese Weise kommen wir nicht vorwärts. vr. Jsi Kahn: Meine Damen und Herren! Lassen Sie mich zunächst der Dankespflicht gegenüber unserem Präsidenten genügen. I)r. Apfel hat in den letzten Jahren sich den Aufgaben unseres Verbandes mit hingebender Kraft gewidmet. Die Hauptarbeit hat allein oder doch fast allein auf seinen überlasteten Schultern geruht. Daß wir heute hier in dieser imposanten Weise tagen können, ist nicht zuletzt sein Verdienst. (Lebhafter, anhaltender Beifall.) Indem ich hiermit dieser Dankespflicht gern genüge, bitte ich. Sie, ° mir diese eine Minute auf meine Redezeit nicht anrechnen zu wollen^ (Heiterkeit.) Ich habe mich dieser Dankespflicht umso lieber unterzogen, als ich mich grundsätzlich in fast allen Punkten von meinem langjährigen Freunde Apfel in dieser Stunde trennen muß. Die Frage Neutralität oder Nichtneutralität bildet m. E. in dieser auch für dis jüdische Jugend so bedeutungsvollen Stunde nicht den ausschlaggebenden Gesichtspunkt. In dem neuen Anträge, so wie er jetzt als Antrag Apfel in der Form des 8 2 uns vorliegt, erblicke ich durchaus keine Zurückziehung des ursprünglichen Antrages Apfel (sehr richtig!), sondern lediglich eine Versetzung dieser Worte in einen anderen Absatz des neuen Paragraphen. (Sehr richtig!) Dieser Paragraph stimmt im Wortlaut haarscharf überein mit dem zurückgezogenen Antrag Apfel. Ich hätte gewünscht,. daß, so sehr ^auch mir der Wiederaufbau Deutschlands heilige^ Herzenssache ist, zumindest der Wiederaufbau des Judentunis, das in tieftrauriger Weise am Boden liegt, an erste Stelle gerückt worden wäre. (Lebhafter, anhaltender Beifall.) Meine Herren, ich verzichte auf den Beifall, den Sie mir spenden. Er kostet mich nur meine Zeit. Ich bitte daher, das weiterhin zu unterlassen. Tenn das ist sicher und möchte ich bereits antizipierend jetzt meinen späteren Ausführungen vorwegnehmen: Alles, was mit der Niederlage und dem Wiederaufbau Deutschlands zusammenhängt, baue ich auf mit und in den politisch dazu berufenen allgemeinen Organisationen. Tort gehe ich Hand in Hand mit allen Staatsbürgern jeglichen Glaubens: hier aber finden wir uns als ^Juden zusammen, und hier ist der Wiederaufbau des Judentums bezw. die Mitarbeit an jüdischen Fragen primär. Dem Antrag Apfel geht eine eigentümliche Geschichte voraus. Wir Vorstandsmitglieder waren zur Vorstandssitzung am,30. März nach Berlin einberufen-, Ohne daß es auf der Tagesordnung gestanden hätte, wurde uns dort wie ein Blitz aus heiterem Himmel plötzlich der Antrag Apfel vorgelegt. Dies geschah zu einer Zeit, in welcher die Märznummer des Verbandes bereits gedruckt und versandbereit vor uns lag. Wenn Sie diese Märznummer des Verbandes aufschlagen, so finden Sie hier einen Aufruf, der von Apfel

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