Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 10 (1919)
- Issue
- 3/5 (Juli/September 1919)
- Date
- 1919-07-01
- Page
- Seite 78 (sequence 32)
- Language
- German
- Belongs to
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78 EnLes doch nur in der Abkehr von politischen Streitigkeiten und in der Hingabe an positive Arbeit zu suchen, in praktischer, bewußt-jüdischer, ethisch-erzieherischer Arbeit an der Jugend und f die Jugend im Rahmen der unentwegten bisherigen Neutralität. (Lebhafter langanhaltender Beifall.) Vorsitzender Dr. Apfel: Ich möchte Herrn Kommerzienrat Stein bitten, noch die Erklärung abzugeben, ob er diese Ausführungen persönlich oder auch im Aufträge der Großloge gemacht hat. (Kommerzienrat Stein: Welche Erklärung?) Sie haben gesagt, daß Sie sich namens der Großloge gegen, meinen Antrag aussprechen. Kommerzienrat Stein, Berlin: TaS ist ein Irrtum. Ich habe im Gegenteil gesagt, daß ich Ihren Antrag in seiner jetzigen Fassung als Grundlage für eine Verständigung begrüße, ich habe mich nur gegen den ersten ursprünglichen Antrag ausgesprochen, der inzwischen ja von Ihnen zurückgezogen wurde. Vorsitzender Dr. Apfel: Ich möchte dann mitteilen, daß Herr Kommerzienrat Stein die Freundlichkeit hatte, dem Verbände eine Stiftung von 1000 Mark zu machen. (Lebhafter Beifall.) Ich ivürde mich freuen, wenn alle Gegner meines Antrages ähnliches tun würden. (Heiterkeit.) In diesem Zusammenhänge teile ich mit, daß folgendes Telegramm von dem Großpräsidenten der Grobloge, Herrn Geheimrat Timendörfer, aus Friedrichroda eingelaufen ist: „Dem Verbände sende - ich anläßlich seiner Tagung herzliche Wünsche und Grüße. Tie deutsche Judenheit geht schweren Zeiten entgegen. Sie werden überwunden werden, wenn jüdische Jugend einig bleibt." (Lebhafter Beifall.) Ich teile weiter mit, daß Dr. Lewin-Leipzig beantragt hat, den 8 2 wie folgt zu fassen: „Die.Verbandsvereine erstreben auf der Grundlage strengster Neutralität die Pflege bewußten Judentums, staatsbürgerlicher Gesinnung usw." (Beifall.) Denn ist ein Antrag Cassel, unterzeichnet Dr. Weißbecker, Carl^ Gottbelft und Fräulein Grete Engelbert eingelaufen: „Tie Delegierten-Versammlung' wolle - beschließen: Tie Stellung des Verbandes zur Pflege vaterländischer Gesinnung' ist bereits durch Annahme der Resolution „Wiederaufbau Deutsch- : lands" geklärt. (Sehr richtig!) Die Aufnahme der Pflege vaterländischer oder staatsbürgerlicher Gesinnung in das Statut wird, .weil selbstverständlich, in jeder Form abgelehnt." (Bravo!) Ta dieser der weitgehendste Antrag ist, so wird gebeten, darüber zuerst abzustimmen. Das ist eine cura posterior. Dann liegt ein Antrag Theodor Heilbronner, Dr. Felixbrodt aus Halle vor: „Der Telegiertentag wolle beschließen, den bisherigen § 1 der Derbandssatzungen unverändert zu belassen und an Stelle