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Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands · 1919-07-01 · 3/5 (Juli/September 1919) · p. Seite 75

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Journal
Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
Volume
10 (1919)
Issue
3/5 (Juli/September 1919)
Date
1919-07-01
Page
Seite 75 (sequence 29)
Language
German
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75 Werte der jüdischen und deutschen Geisteskultur. Der Gemeinsinn der Mitglieder soll durch die Pflege des jüdischen Brudergefühls, durch die treue Erfüllung der staatsbürgerlichen Pflichten gestärkt werden." (Bravo.) Ich habe aber doch gewisse Bedenken dagegen, Herr Kaufmann, daß Sie diesen Antrag im Namen der erwähnten Vereine einbringen. Vorstehende Formulierung stammt von mir, ist aber in meiner Gegenwart neulich auf der süddeutschen Tagung von diesen Vereinen abgelehnt worden. Dann liegt ein Antrag. Dr. Lazarus-Wiesbaden vor: „Im § 2 erster Absatz beantrage ich folgenden Wortlaut: Der Gemeinsinn der Mitglieder soll durch Pflege des jüdischen Brudergefühls und durch die treue Erfüllung der staatsbürgerlichen Pflichten gestärkt werden." Ich werde weiter darauf aufmerksam gemacht, hier zum Ausdruck zu bringen, daß Herr Lehrer Stein nur persönlich und nicht für einen Verein gesprochen hat. Ich muß ganz dringend bitten, daß jeder einzelne scharf zum Ausdruck bringt, wofür er spricht. Darauf ist im Interesse der Sauberkeit zu halten. Zur Sache hat das Wort Herr Kommerzienrat Stein, Vertreter der Großloge. Kommerzienrat Stein, Berlin: Meine Damen und Herren! Ms Entschuldigung, als Legitimation dafür, daß ich mir. gestatte, als einer der ersten Redner nach dem Herrn Verbands-Vorsitzenden das Wort zu nehmen, darf ich wohl darauf Hinweisen, daß es die Großloge gewesen ist, die vor zehn Jahren die Initiative zur . Begründung des Verbandes und zur Einberufung der ersten Delegier, tenversammlung ergriffen hatte unter Zuziehung anderer großer jüdischer Organisationen. Und nun, da Sie an einem Wendepunkt der Entwicklung des Verbandes angelangt sind, haben wir von der Großloge keinen dringenderen Wunsch und keine dringendere Bitte an Sie als die: unentwegt festzuhalten an dem Prinzip der Neutralität (Bravo I), obwohl wir uns der Stimmungen und Strömungen bewußt sind, mit denen Sie in Ihren Kreisen zu kämpfen haben. Meine Damen und Herren, so erhebend das.Bild ist, daß sich nun nach jahrelangem, unglückseligem Kriege die jüdische Jugend hier zusammenfindet, die Jugend, unser Trost, unsere Hoffnung, unsere Zukunft, so erfüllt uns doch die Tagesordnung Ihrer diesmabigen Beratung mit einiger Sorge. Anstatt daß die gesamte jüdische Jugend einmütig und geschlossen auftritt, um sich für die Mitarbeit an den gewaltigen Problemen unserer schicksalsschweren Zeit zu rüsten, glaubte sie, als Erstes an die Erörterung eines Konfliktstoffes Herangehen zu müssen, dessen Behandlung, wie befürchtet werden muß, unter Umständen den Bestand der neutralen Jugendbewegung bedrohen könnte. (Sehr richtig!) Ich freue mich, daß der Herr Verbandsvorsitzende' die anerkennenswerte; und dankenswerte Selbstüberwindung besessen hat, seinen Antrag zurückzuziehen und so weit zu modifizieren, daß die Möglichkeit und die Brücke für eine Verstän- 3»

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