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Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands · 1919-07-01 · 3/5 (Juli/September 1919) · p. Seite 56

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Journal
Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
Volume
10 (1919)
Issue
3/5 (Juli/September 1919)
Date
1919-07-01
Page
Seite 56 (sequence 10)
Language
German
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— 56 — innerjüdischen Verhältnisse Deutschlands enthält, und begann, die ideellen Vorbereitungen eines solchen Kongresses energisch in die Hand zu nehmen. Es gelang dann, in mehreren Vorbesprechungen -mischen zionistischen Vertretern und Vertretern des Zentralvereins, zu denen auch ich gehörte, eine Einigung darüber zu erzielen, daß die Zionisten bei ihrer Organisation den Verzicht auf die Volksvoraussetzungen befürworten wollten, während andererseits die Vertreter des Zentralvereins in die Formulierung des Kongreßprogramms weitgehende Rücksicht auf die zionistischen Wünsche nahmen. Sie wissen, daß hie Delegiertenversammlung des Zentralvereins in der Kongreßfrage der Vereinsleitung nicht mit dem Elan gefolgt ist, der diese in dieser Frage auszeichnet. Aber immerhin ist die ganze Zentralvereinsarbeit durch den Beschluß der Delegiertenversammlung, daß sie der Schaffung jüdischer Kongresse in Deutschland zustimme, ein ganz erhebliches Stück im Sinne positiver jüdischer Arbeit vorwärts gebracht worden, und die von der Leitung des Zentralvereins mit bewunderungswürdiger Initiative verfolgte Versöhnungspolitik mit den Zionisten durch diesen Beschluß erheblich gefördert worden. Ich selbst teile die Bedenken nicht, die in der Entschließung des Zentralvereins zum Ausdruck gekommen ist, daß nämlich der erste rrongreß erst zu einer Zeit einberufen werden soll, zu der die Abhaltung aus allgemeinen Erwägungen heraus angebracht erscheint. Ich bin im Gegenteil der Ansicht, daß eine jüdische Wahlbewegung den Kampf mehr entgiften würde als der derzeitig beliebte Kampf, der sich nicht Auge in Auge, sondern in getrennten Versammlungen und Konventikeln abspielt. v Namens des Verbandsvorstandes habe ich Ihnen zu Kapitel „Kongreß" die Annahme nachfolgender Entschließung zu empfehlen: „Die Veranstaltung eines aus allgemeinen Wahlen hervorgegangenen jüdischen. Kongresses in Deutschland wird dringend gefordert. Der Verband empfiehlt die Vorbereitung dieses Kongresses durch einen Vorkongreß, der von Vertretern der jüdischen Organisationen einschließlich der Jugend-Organisationen zu bilden, ist und dem insbesondere die Festsetzung der Wahlordnung und der Tagesordnung des ersten Kongresses obliegt. Der Verband,empfiehlt seinen Mitgliedern, sich nur für das Zustandekommen eines solchen Kongresses einzusetzen, an dem sämtliche deutschen Juden ohne Gewissenskonflikte teilnehmen können: insbesondere lehnt er die von zionistischer Seite geforderte Voraussetzung des Bekenntnisses der Zugehörigkeit zum jüdischen Volke ab. Der Kongreß soll auch die Bildung der Gesamtorganisationen der deutschen Juden vorbereiten." Die Annahme einer derartigen Entschließung dürfte ihren Eindruck nicht verfehlen. Wenn wir in dieser Enffchließung die Volksvoraussetzung ablehnen, und zwar deswegen, weil wir einen allgemeinen jüdischen Kongreß in Deutschland und nicht nur einen er» lveiterten zionistischen Parteitag haben wollen, so muß ich auf der anderen Seite gestehen, daß durch das zwischen Zionisten und Zentralverein vereinbarte Kongreßprogramm auch nach der deutsch-patri-

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