Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 10 (1919)
- Issue
- 2 (5.1919)
- Date
- 1919-05-01
- Page
- Seite 256 (sequence 232)
- Language
- German
- Belongs to
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266 Seiten der Verbanüsleitung enthält ebenfalls eine Materie, die noch technisch geprüft werden muß. Er ist deshalb auch einstimmig von der Antragskommission dem Vorstande zur Bearbeitung überwiefen worden. Es liegt nun noch ein Antrag Harburg vor. Der Antrag deckt sich inhaltlich mit dem Anträge Spangenberg, wonach kleinere Vereine durch Geldmittel und Redner unterstützt werden sollen. Meine Damen und Herren, es ist dies ein wunder Punkt. Die Verbandsleitung ist sich bewußt, daß hier etwas vorlag, dem unbedingt abzuhelfen ist, dem aber von seiten der Verbandsleitung aus dem schon mehrfach erwähnten Grund, nämlich aus Mangel an Mitteln, leider bisher nicht abgeholfen werden konnte. Nachdem mrn heute der Delegiertentag dem Verbände einen höheren Beitrag bewilligt hat. hofft die Verbandsleitung in Bälde imstande zu sein, diesem Antrag, dessen einstimmige Annahme die Kommission ebenfalls empfehlen möchte, auch wirksam nachzukommen. Spangcnberg: Es handelt sich nicht allein um die Geldmittel, sondern um die tatsächliche Arbeit derjenigen Leute, die, wenn ich so sagen darf, hier und bei sonstigen Gelegenheiten wirklich mit schönen Worten der Jugendvereinssache im allgemeinen dienen. Es handelt sich darum, daß diese Leute auch einmal wirklich etwas tun für das Land. Es wird im allgemeinen von seiten der Juden überhaupt nichts getan für das Land, auch von den Jugendvereinen nicht. Es ist nötig, daß Wanderredner, volkstümliche Redner zu uns kommen, besonders nach Hessen und dort einmal das jüdische Problem erörtern. Das wird doch gar nicht gemacht. Ich bin Kaufmann, ick bin kein Jurist, ich kann mich nicht da hinstellen und den Leuten das einprägen. Es gehört einmal dazu, daß man mit warmen Worten den Leuten etlvas sagt. In der Stadt hören Sie genügend davon: da können Sie sich genügend unterrichten. Das ist auf dem Lande nicht der Fall. Lassen Sie diese Worte nicht ungehört vorübergehen. Ich denke hier besonders an die Kanonen, wie sich der Verbandsleiter ausgedrückt hat. Wir brauchen für diese Sachen unbedingt die Kanonen. Ich hoffe, daß diese Kanonen sich bei uns bald einstellen werden. Ich bitte den Herrn Verbar.dsleiter. dafür zu sorgen, daß eine Liste von Rednern aufgestellt wird, die sich, möchte ich sagen, unentgeltlich im Interesse der Sache den kleinen Vereinen auf Anfrage und auf Anforderungen zur Verfügung stellen, und zwar Redner, die wirklich vor allem volkstümlich reden, nicht so gelehrt reden: das verstehen wir nicht. Man muß zu Herzen gehend nrit den Leuten reden. Ich wollte das besonders hier einmal betont haben. (Lebhafter Beifall). Vorsitzender Dr. Apfel: Ich möchte die Anregung des Herrn Spangenberg ganz dick unterstreichen. Es war der Stolz unseres Verbandes vor dem Kriege, daß wir wirklich ^,auf die Dörfer gegangen sind" und dort unsere schönsten Tagungen gehabt haben. Ich hoffe, daß wir nunmehr wieder dahin kommen, daß wir in jedes Dorf hineingehen. Ich glaube, daß wir dem Antrag der Kommission stattgeben können. ...