Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 10 (1919)
- Issue
- 2 (5.1919)
- Date
- 1919-05-01
- Page
- Seite 255 (sequence 231)
- Language
- German
- Belongs to
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255 Dr. Laser-Königsberg: Ich habe zum dritten Male in fortlaufender Reihenfolge — ich mache die dritte Tagung mit — den Antrag zu vertreten. Ich habe bereits zweimal im vorigen Jahre darum gebeten, daß nach Königsberg oder überhaupt nach dem Osten, besonders nach den Kleinstädten ein Redner geschickt wird. Wir in Königsberg haben schon vor längerer Zeit erfahren, daß wir uns nur auf uns'verlassen können, denn wenn wir auf den Verband in Berlin gewartet hätten, wären wir verlassen. Wir haben es aufgegeben, auf den Verband 31t warten. Ich wollte nur den Antrag befürworten. Vorsitzender Dr. Apfel: Ich stelle demgegenüber fest, zu den ivenigen Verbandsvereinen, wo ich im letzten Jahre gewesen bin, gehört gerade Königsberg. Ich selbst habe nicht die Mühe gescheut, nach Königsberg zu fahren und dort über die Jugendbewegung zu sprechen. Es liegt auch nicht im Sinne des Könjgsberger Vereins, dem Verband einen Vorwurf wegen mangelnder Entsendung von Rednern zu machen. Ein Verein in einer so festfundierten Gemeinde muß in der Lage sein, selbst die Bewegung zu führen. (Lebhafte Zustimmung.) Sie müssen überhaupt nicht denken, Herr Dr. Laser, daß der Verband dazu da ist. den einzelnen Vereinen, wenn sie einmal nicht mehr weiter können — das trifft, wie ich ausdrücklich bemerke, nicht auf den ausgezeichneten Königsberger Verein zu — nun durch kostspielige Redner zu Helsen. Der Verband ist keine Prämie für Faulheit, sondern im allgemeinen müssen wir darauf sehen: jeder Verein hat sich aus sich selbst zu erhalten. Der Verband ist nur dazu da, um den Zusammenhalt zu fördern und um die Richtlinien zu geben und mir, wo es dann bitter not tut, 'cinzugreifen. (Sehr richtig!) In Königsberg tut das nicht not. Ich kenne wenige Verbandsvereine, die so vorzüglich und mit solchem Eifer, dazu noch in Anlehnung an eine Universität, arbeiten, wie der in Königsberg. Ich möchte gerade die Gelegenheit benutzen, um den Königsberger Verein als einen vorbildlichen zu bezeichnen, zumal da mir Herr Dr. Laser eben in der Pause gesagt hat, er würde diese Tagung als Anlaß nehmen, Königsberg zu veranlassen, aus dem Verbände auszutreten. (Dr. Laser: In welchem Zusammenbange, Herr Doktor, bitte!) — Soll ich es sagen? (Dr. Laser: Wenn Sie es so sagen, wie Sie es mißverstanden haben, ist es wieder eine Entstellung.) — Ra,reden wir lieber nicht weiter darüber! Außerdem, Herr Dr. .Laser, was wollen Sie mehr? Dr. Laser: Der Antrag ist unterstützt, er ist eingegangen. Jckr habe extra gesagt, für Königsberg spreche ich nicht. Königsberg kann 'ich auf sich allein verlassen. Vorsitzender Dr. Apfel: Wir können nicht mehr tun, xrls den Antrag einstimmig annehmen, was wir' eben getan haben. Was soll ich mehr tun? Wir haben ihn einstimmig angenommen. Mehr ist doch nicht zu tun! Ich kann doch nicht von hier aus-einen Vortrag nach Königsberg halten. (Heiterkeit.) —- Rechtsanwalt Kaufmann: Der Antrag Stettin über den Versand der Mitteilungen des Verbandes an die Verbandsmitglieder von