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Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands · 1919-05-01 · 2 (5.1919) · p. Seite 241

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Journal
Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
Volume
10 (1919)
Issue
2 (5.1919)
Date
1919-05-01
Page
Seite 241 (sequence 217)
Language
German
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241 Stunde beschließen, mutz gehört werden, denn daß die Kongreßbewegung zum Teil ins Einschlafen gekommen ist, darüber herrscht bei Kennern kein Zweifel. - Reichmann-Kattowitz: Ich lege den größten Wert darauf, daß das Wort „soll" hineinkommt. Ich würde mich der Akklanwtion durchaus widersetzen. Das Wort „soll" stellt die beste Ueberbrllckung her. Ach habe von keiner Teile gehört, daß unbedingt die Ausländer zugelassen werden sollen ohne jede Voraussetzung. Das ist bisher von keiner Seite begründet worden. Im Gegenteil, der Referent der Sache hat sich ausdrücklich auf den Standpunkt gestellt, daß ein Kompromiß zustande gekommen ist. Ich kann in dem Wort „kann"'ein Kompromiß nicht erblicken. Mit dem Wort „soll" ist ausdrücklich zum Ausdruck gebracht, daß unsererseits ein Wunsch nach dieser Richtung hin besteht. Unsere Unterhändler haben in dieser Beziehung die Möglichkeit, sich nach den Auffassungen der Tagung zu richten. (Sehr richtig!) Vorsitzender vr.'Apfel: Können wir der ganzen Sache überhaupt nicht eine andere Wendung geben? Wir wenden uns ja nicht gegen die ausländischen Juden, weil es ausländische Juden sind. Wir wollen uns doch nur dagegen wenden, daß Leute ohne einen festen Wohnsitz wählen können und noch wckinöglich am selben Nachmittag noch an einem anderen Ort wählen können. (Sehr richtig!) , Das trifft aber nicht nur die ausländischen Juden, das trifft eine vielleicht erhebliche Zahl von Juden, die nur auf der Wanderschaft liegen, auch Schnorrer usw. Warum sollen wir die ganze Geschichte immer gegen die ausländischen Juden pointieren? Wollen wir nicht lieber sagen,' daß wir eine Karenzzeit nur für fluktuierende Elemente anerkennen? Rosenthal-Minden: Meine sehr verehrten Damen und Herren, ich betone, lediglich von dem Gesichtspunkt ausgehend, daß es protokollarisch festgelegt wird, daß kurz vor der eigentlichen Annahme.dieser Resolution durch einen Zwischenruf des Herrn I)r. Königsberger die ganze Debatte hervorgerufen worden ist. (Sehr richtig!) Ich stelle das aktenmäßig fest, ohne an diese Worte einen Kommentar zu knüpfen. Ich stelle ferner fest, daß es eine Zumutung ist an einen Kongreß, der so zusammengesetzt ist, wie der heutige, im Augenblick, wo er vor einem Kompromiß steht, wo von beiden Seiten nachgegeben ist, nur aus rein persönlicher Anschauung heraus ein Zugeständnis derartig weitgehender Art zu machen. Ich persönlich kann es vom Standpunkt des von mir vertretenen Vereins und aus von meinem ehrenhaften poliffschen Standpunkte aus nicht mit ansehen, daß einer Seite hier immer wieder diese Kompromisse gemacht werden. Wir kamen von unserer Seite weitgehend entgegen, Und wenn ein Mann von der Bedeutung wie Wolfheim von der zionistischen Be» ( wegung mit dem Kompromiß zuftieden sein kann, dann sollte auch, ein anderer damit zuftieden sein. Dir sind nicht dazu da, abzustimmen nach der Hand eines Führers, sondern sind dazu da, die Ansicht einer großen Gesamtheit wiederzugeben, und die liegt meines Erachtens in dem Worte „soll". Und so gern ich den Schluß der Tagung eher in einer Minute als in zehn Minuten haben möchte und

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