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Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands · 1919-05-01 · 2 (5.1919) · p. Seite 220

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Journal
Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
Volume
10 (1919)
Issue
2 (5.1919)
Date
1919-05-01
Page
Seite 220 (sequence 196)
Language
German
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220 Meine Damen und Herren, machen wir also im Interesse beider Teile reinen Tisch. Möge der Verband mit dem Centralverein in den zahlreichen Punkten, wo wir zusammen arbeiten können, zusammenarbeiten und möglichst ersprießlich Zusammenarbeiten, aber auf der Basis von gleich und gleich in voller Unabhängigkeit von einander, nicht auf dem Boden einer Verkoppelung, die keinem nützt,, sondern beiden schadet. (Lebhafter Beifall. Rechtsanwalt Dr. Krombach-Essen: Meine.Damen und Herren! Ich bedauere es sehr, daß in letzter Stunde in die heutige harmonische Tagung ein solcher Antrag geworfen wird, der eine neue Quelle von Unfrieden und unfruchtbarem Streit werden muß. Der Antrag ist praktisch von außerordentlicher Tragweite; es ist ausgeschlossen, ihn in den wenigen Minuten, die noch zur Verfügung stehen, erschöpfend zu beraten. Ich erinnere Sie daran, daß unsere Frankfurter Tagung zur Zeit einen ganzen Tag dazu gebraucht hat, um zu dieser gleichen Frage Stellung zu nehmen. Denn die Frage, die jetzt hier angeschnitten wird, wird heute nicht zum ersten Male aufgeworfen. Sie ist von demselben Kreise bereits gestellt worden, als der Centralverein im Jahre 1913 zum Zionismus Stellung nahm. Und bereits damals ist mit überwältigender Mehrheit ausgesprochen worden, daß es uns nicht zukommt, über die Tätigkeit des Centralvereins zu Gericht zu sitzen, daß wir keinen Grund haben, die dankenswerte Förderung unserer Sache durch den Centralverein zurllckzuweisen und daß die Stellung, die der Centralverein für seine Vereinsarbeit beschlossen hat, keinen Einfluß haben kann auf die Frage unserer Zusammenarbeit. (Qhol) Dies ist damals ausdrücklich beschlossen worden. (Zuruf: Damals!) Gewisse Verschiedenheiten und Nuancen zwischen Centralverein und Jugendverband bestehen und sollen bestehen; sie sind dadurch geboten, daß wir eine Bewegung der Jugend sind, die sich von dem politischen Kampfe freihalten will, und daß aul der anderen Seite eine politische Organisation der Erwachsenen ist, die fick zur Erfüllung ihrer Aufgaben diesen Zwang nicht anferlegen kann. Aber meine Damen und Herren, die Frage unserer Zusanunenarbeit muß praktisch erwogen und entschieden werden. Eine große Anzahl von uns - - ich persönlich gehöre dazu — ist in der Centraloereinsarbeit fest verankert und hat dennoch in der prakftschen Betätigung für den Jugendverband und zugleich für den Centralverein einen Konflikt irgend welcher Art niemals verspürt. (Sehr richtig» In dem Augenblick freilich, wo hier eine derartige offizielle Entschließung gefaßt wird, die, so zahm sie auch begründet fein mag. in Wirklichkeit nichts clnderes als einen Affront gegen den Centralverein bedeutet (lebhafte Zustimmung), eine offizielle Stellungnahme gegen den Centralverein, die zunk Beschluß der Versammlung machen soll, was gestern von einzelnen Rednern in maßlosen Angriffen gegen den Centralverein vorgebracht worden ist. Meine Damen und Herren, leien wir uns darüber klar! — in diesem Augenblick ist für die »veitere praktische Arbeit das Tischtuch zwischen Jugendverband und Centralverein zerschnitten; die meisten von uns sind dann vor die

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