Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 10 (1919)
- Issue
- 2 (5.1919)
- Date
- 1919-05-01
- Page
- Seite 219 (sequence 195)
- Language
- German
- Belongs to
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Sinne ist, ebenso wie ich mich dagegen sträuben würde, tvenn man irgend einer Parteiorganisation, die sich etwa zur Mitarbeit bei uüs bereit erklären würde, es "seien dies die Liberalen, die Orthodoxen, die Zionisten oder die Mittelparteilichen — auch nur einen Sitz einräumen würde. Machen wir reinen Tisch! Entscheiden wir üns durch diese Abstimmung, die ich als eine prinzipielle betrachte, dahin, daß wir nur solchen Organisationen eine Stimme in unserem Verbandsvorstände einräumen, die auf dem Boden der Neutralität, wie wir' sie verstehen, ihrerseits stehen! Ich werde deswegen sofort noch den weiteren Antrag einbringen — ich will ihn sofort formulieren, ich bringe ihn hiermit ein —, dann weiter im § 3 Nr. 4 noch^ zu sagxn: Der Vorstand hat das Recht, auch anderen neutralen Organisationen eine beratende Stimnve einzuräumen, also das „neutral" dort einzufügen. Damit schaffen wir ganz klaren Tisch., Daß wir nebenbei den radikalen Zionisten einen sehr beliebten Angriffspunkt gegen mvv nehmen, steht für nnch erst in zweiter Reihe. Es wird uns d?is immerhin nichts schaden. — Jetzt aber nehme ich für mich das Recht in Anspruch, das etwa Herr vr. Wolfheim als Zionist, Herr Levi als Orthodoxe für sich in Anspruch genoninien hat: nun einmal von meinem Standpunkte aus zu sprechen, nämlich von dem eines liberalen Juden, der dem Centralverein' sich angeschlossen hat. Auch dem Centralverein bringt die Verbindung mit dem jüdischen Jugendverbande nur Ungelegenheitcn. (Sehr richtig!) Der Centralverein kann viel freier in seinen Aufgaben, die mit denen des Verbandes und der neutralen Jugendvereine eben nicht identisch sind, wenngleich sie sich in vielen Punkten berühren mögen, operieren, wenn er nicht durch irgend welche Verkoppelung mit dem Verbände der neutralen Jugendvereine gehindert ist. (Sehr richtig!) Herr Geheimrat Eugen Fuchs hat heute vormittag zu mir gesagt: Wir denken gar nicht daran, unsere Jugendbewegung einzustellen (Hört! Hört!); so lange zionistische Jugendvereine bestehen,'müssen ivir das Gleiche tun. (Sehr richtig!) Und ich sage als liberaler Jude, als Mitglied des Centralvereins, ich sage als objektiv denkender Mensch: Damit hat Herr Geheimrat Eugen Fuchs und damit der Centralvereinsvorstand, für den Herr Geheimrat Eugen Fuchs ja doch diese Meinung ausspricht, vollständig recht. (Widerspruch. — Zustimmung.) So länge eine jüdische Partei, eine bestimmte jüdisch-politische oder nationale Auffassung in die zarteste Jugend hineinzutragen versucht und nicht ohne Erfolg hineinträgt, haben selbstverständlich die Vertreter anderer Anschauungen das Recht und das dringendste Interesse daran, auch ihrerseits für Nachwuchs zu sorgen, um nicht der gegnerischen Richtung einseitig das Feld zu überlassen. Es ist daher meines Erachtens ein ganz unbilliges Verlangen —, das sage ich nun als liberaler Jude, als Mitglied des Centralvereins —, ,wenn hier die siiddeutschen Verbandskollegen verlangen, man sollte an den Centralverein das Ansinnen richten, seine eigene Jugendbewegung aufzusteckcn und seinen Nachwuchs uns schlechthin zuzuführen. Das ist Sache des Centralvereins, und ich würde es bedauern, wenn der Centralverein dar täte.