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Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands · 1919-05-01 · 2 (5.1919) · p. Seite 214

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Journal
Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
Volume
10 (1919)
Issue
2 (5.1919)
Date
1919-05-01
Page
Seite 214 (sequence 190)
Language
German
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214 gesprochen hat, zeigt mir, daß uns alle doch ein gemeinschaftliches Band umschließt. Einer der Hauptgedanken der Jugendbewegung, daß wir zudem uns letzten Endes doch' nur auf uns selbst verlassen dürfen, konnte kauni einen würdigeren Ausdruck finden, als in den Worten des Herrn Dr. Lange. Herr Dr. Lange hat uns die Mahnung ans Herz gelegt: Verlaßt Euch nicht auf die anderen, bettelt nicht unwürdig, sondern kämpft gegen den Antisemitismus auf dem festen Untergründe Eures jüdischen Bewußtseins. Daß Herr Dr. Lange dem Ausdruck gegeben hat, dafür danke ich ihni namens der gesamten Versammlung herzlich. (Lebhafter Beifall.) Es. ist ein Antrag eingelaufen von Herrn Dr. Lange: 4- „Tie zum vierten 'Telegiertentag in Berlin anwesenden Abt - geordneten des Verbandes der jüdischen Jugendvereine Deutschlands bekennen zum Antisemitismus, 1. daß er durch Parteien, Presse, Tendenzorganisationen aus Rassehaß. Geburtsdünkel, wirtschaftlicher Konkurrenz, mangelhaftein Gerechtigkeitsempfinden und' politischem Kalkül angeregt und ausgebaut ist, und rufen sowohl unter Hinweis auf die vaterländische Gesinnung und Arbeit der Masse der deutschen Juden, als auch im Interesse des notwendigen inneren Friedens die breite Oeffentlichkeit und die Träger der Sicherheit und Ordnung um durchgreifende Abhilfe an. 2. Sie legen'der jüdischen Jugend Deutschlands dringend ans Herz, durch eifrige Betätigung und Gesinnungstreue die Sache des Vaterlandes, wo immer sie in Not ist, tatkräftig zu unterstützen und im Bekenntnis zu einem lebendigen, aufrechten und positiven Judentum nach Lage der Dinge durch überlegende Zurückhaltung oder mutiges und sachliches Eingreifen den antisemitischen Vorwürfen entgegenzutreten. 3. Sie empfehlen den Verbandsvercinen, die Mitglieder über die antisemitische Hetzarbeit in geeigneter Weise aufzuklären und sie instand zu setzen.. die Ehre des Judentums nach außen zu-rechtfertigen und zu verteidigen." Meine Damen und Herren, wir hatten uns heut« morgen dahin geeinigt, daß nach dem Referat des Herrn Dr. Lange die Diskussion darüber ausgesetzt und zu dem geschäftlichen Teil, insbesondere zur Vorstandswahl, geschritten werden solle. Nun ist uns heute morgen ein Lapsus unterlaufen. Quandoque bonus dormitat Homerus! < Zuruf: Was beißt das auf deutsch?) — Manchmal schläft auch Alfred Apfel! (Große Heiterkeit.) Es ist uns der Lapsus unterlaufen, daß wir natürlich keine Wahl vornehmen können, ehe wir uns geeinigt haben, wie die Vorstandsmitglieder nach den neuen Satzungen zu wählen sind. Aus diesem Grunde wird der Antrag dahin erweitert. da eine Reihe von Delegierten bald wegfahren müssen, daß zunächst der geschäftliche Teil der Verhandlung erledigt werden möge, und zwar, daß wir noch vor der Teepause die Satzungsänderungen und die Vorstandswahlen erledigen.

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