Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 10 (1919)
- Issue
- 2 (5.1919)
- Date
- 1919-05-01
- Page
- Seite 213 (sequence 189)
- Language
- German
- Belongs to
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213 Das selbstbewußte Judentum, das dieser Verband, in dem ich zu sprechen die Ehre habe, erneut und gefestigt hat, ist die'Grundlage jeder Abwehrtätigkeit. Daher sorgen Sie dafür, daß die angeschlosseneu Vereine die Fähigkeit erlangen, die Mitglieder an den inneren Wert zu binden und die Grundbedingung erfüllen: eine stolze, mutige, edle Jugend heranzubilden. Es ist selbstverständlich, daß man di« jungen Mitglieder über die Vorwürfe, die man uns macht, aufklärt und ihnen die Mittel nahelegt, sie sachlich zu entkräften. Wenn auch die Abwehr gegen den Antisemitismus in unser Programm nicht hinein gehört, sind wir gezwungen, den Centralverein in dieser Arbeit, wo immer wir können, treu und gewissenhaft zu unterstützen. Mag er politisch, organisatorisch und durch seine Größe repräsentativ wie bisher nach außen wirken und in dieser seiner hauptsächlichen Pflicht kühn und vom ganzen deutschen Judentum unterstützt zu neuen Zielen schreiten, wir Jugendvereine wollen unsere Arbeit nach innen richten, um das deutsche Judentum, das nicht das schlechteste der Erde sein will, für alle Zukunft in seiner Existenz zu sichern. Dann werden wir über diese Klippen wenigstens innerlich ungeschädigt hinwegkommen und nicht, wie im vergangenen Jahrhundert, die Besten aus unfern Reihen verlieren. Wir können nicht sehen, daß n>egen religiöser Verdächtigung auch nur ein einzelner unsere Reihen verläßt. Wir wollen alle, alle um uns scharen, die als Juden, geboren sind und als Juden leben wollen. Die Kraft, welche die Vereine in die Seelen der Mitglieder gießt, wird zurückstrahlen wie ein blanker Schild, an dem die Pfeile des Hasses zerbrechen. Seien Sie daher nicht unwillig, wenn ich Ihnen kein anderes Mittel der Bekämpfung des Antisemitismus für unfern Jugendverband zu sagen imstande bin. (Sehr richtig!) Dieses innere Mittel möge blühen, wachsen und gedeihen zum Wohle der jlldischerr Jugend, zu Nutz und Frommen der jüdischen Allgemeinheit, zum Segen des geliebten deutschen Vaterlandes. Dann werden wir einstmals mit Stolz bekennen können: Wir haben uns selbst geholfen (Beifall), und so Null ich mit den Worten des Sängers schließen: Und drängen die Nebel noch so dicht- . Sich vor den Blick der Sonne, * Sie wecket doch mit ihrem Licht Einmal die Welt zur Wonne. Blast nur ihr Stürme, blast mit Macht, Mir soll darob nicht bangen, Auf leisen Sohlen über Nacht Kommt doch der Lenz gegangen. (Allseitiger, anhaltender Beifall.) _. Vorsitzender Dr. Apfel: Ich stelle mit Genugtuung den lebhafte» Beifall fest, den dieses Referat gefunden hat. Gerade der Umstand, daß Herr Dr. Lange der gestrigen Tagung nicht beiwohnen konnte, und daß er trotzdem ganz im Geiste der gestrigen Beratungen zu uns