Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 10 (1919)
- Issue
- 2 (5.1919)
- Date
- 1919-05-01
- Page
- Seite 190 (sequence 166)
- Language
- German
- Belongs to
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190 Der Kölner Antrag wegen der Verbreitung des Löfflerschen Referates, lieber Oppenheimer, deckt sich mit meinen Worten, ich darf ihr daher als erledigt betrachten. (Zustimmung.) Statuten-Rcdak- Dann ein Antrag von Fritz Cohn-Kattowitz: „Ich beantrage, Herrn Dr. Löffler für die tions-Kömmijsion zuzuwählen, da seine Anrek ringen und Gedanken für die Formulierung der positiv jüdischen Aufgaben höchst wesentlich sind." „Ich beantrage ferner Zuwahl von Dr. Jf Kahn und Dr. Lewin-Leipzig." Meine Damen und Herren, dieser Fall als solcher ist erledigt. Wir können auch keine Debatte darüber herbcifübren. Aber wir wollen der Anregung insofern gerecht werden, daß wir der Statuten- Kommission gestatten, diejenigen, die ihr geeignet dünken, zu kooptieren. und ihr diesen Antrag befürwortend weiergeben. (Zutzimrnung.) Weiter ein Antrag: Stern-Hildesheim bittet,!>on einer Aussprache über die beiden Referate abzusehen, da dieselbe nur eine Abichwächung der Referate herbeiführt, deren Gesamtinbalt-aber Wort für Wort unterschrieben werden könne. Das bedeutet parlamentarisch einen Antrag auf Schluß der Debatte. über den wir uns gleich nachher verständigen müssen. Dr. Wiener-Stettin zur Geschäftsordnung beantragt sofort Diskussion der Löfflcrschen Referate. Dann Dr. Jsi Kahn bringt eine Entschließung ein: „Die jüdische Jugend Deutschlands gibt auf^ ihrem 4. Delegiertentage ihrer tiefsten Empörung Ausdruck geßen die namentlich in letzter Zeit in schmählicher Weise wieder zunehmenden Taufen und die Austritte aus dem Judentum. Jüdische Glaubenslehre und -Inhalt ermöglichen es jedem denkenden Menschen, der altheiligen Fahne der Väter treu zu bleiben. Alle Gründe für die Taufen sind leere Ausflüchte, dazu bestimmt, die eigene Charakterlosigkeit und Feigheit zu übertünchen. Sie ruft alle Juden und Jüdinnen auf, in stolzer Liebe der Größe israelitischer Vergangenheit eingedenk zu. sein und treu bei den ewigen Menschheitsidealen des Judentums in unauslöschlicher Liebe durchzuhalten." (Bravo!) Ich gebe jetzt einem Redner gegen und für den Schlußantrag daS Wort. Rabbiner Dr. Wiener-Stettin: Meine Damen urfd Herren, wir stehen alle unter dem Eindruck dieses Referats; und! das gewaltige, idealistische Pathos, das der Redner darin bekundet hat! und das mehr als ein Pathos des Schlagworts, ein Pathos der Sache ist, klingt in uns allen wider. Aber ich möchte, ohne mit einem I^ort gegen den Inhalt seiner Worte reden zu wollen, doch sagen, dast der erste Teil des Referats einer 'jüdischen Ergänzung unbedingt bedarf. (Sehr richtig!) Dr. Wolfheim-Erfurt (für Schluß): Meine Damen und Herren, Ich spreche für den Schluß der Debatte, und aus folgendem Grunde: