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Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands · 1919-05-01 · 2 (5.1919) · p. Seite 189

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Journal
Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
Volume
10 (1919)
Issue
2 (5.1919)
Date
1919-05-01
Page
Seite 189 (sequence 165)
Language
German
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189 Der Streit um die Probleme, die uns gestern berührt haben, ist endgültig begraben. Und wenn wir auf dieses Grab einen festen Grabstein setzen durften, dann war es das Löfslersche Referat. (Bravo!) Wie oft ist mir in den letzten Jahren, in den letzten Tagen, insbesondere nach der ersten Lektüre der Löfflerschen Thesen, so skeptisch gesagt worden: Dieser verstiegene Idealismus! Und ich muß sagen, daß manche dieser Thesen mir selbst doch etwas gefährlich als Grundläge eines Verbandsbeschlusses erschienen. Ich bin deshalb zu Löffler hingefahren und er hat mich durch die Begründung, die mir ja nicht unbekannt war, zum mindesten ' dahin überzeugt, datz wir den Mut haben müssen, auf Grund der Löfflerschen Thesen diese Dinge in die Debatte zu werfen. Es kommt heute nicht darauf an, ob wir uns jeden Satz im einzelnen zu eigen machen. Es ist unmöglich, daß wir in jeder Kleinigkeit in diesen Dingen nach dem ersten Referate bereits harmonieren. Und noch eins! Man hat sich darüber gewundert: Warum ist das Referat über die religiösen Fragen nicht von einem Rabbiner erstattet worden? (Sehr richtig!) Meine Damen und Herren,- wir haben über diese Frage wochenlanye Verhandlungen, beginnend im Verbandsvorstand, gehabt. Man konnte sich nicht einigen über den Mann der „Richtung", der dieses Referat halten durfte. (Sehr richtig! und Hört, hört!) Und der, der als erster für uns in Betracht kam, der Vertreter des Rabbinerverbandes in unserem Verbände, saß im besetzten Gebiete, es war unser Freund Lazarus-Wiesbaden; es ivar zweifelhaft, ob es ihm möglich sein würde, hierher zu kommen. Ich muß sagen, gerade unsere Bewegung hat. ein ganz besonderes Gewicht auf das Zusammenarbeiten mit Rabbinen und Lehrern gelegt; und nie genug können wir es wiederholen: respektiert Eure Rabbinen und Lehrer und sorgt, daß ihre Achtung höher steigt, als es vielfach der Fall ist! (Lebhafter Beifall.) Entrückt sie dem Parteistreit^den kleinen Klüngeleien, und gebt ihnen durch die Liebe und das Vertrauen, das wir ihnen entgegenbringen, Mut zu. neuem Schaffen auf vielleicht mancher neuen Grundlage! (Stürmischer Beifall.)^ Vielleicht war es richtiger, diese religiöse Sehnsucht, die in uns klingt, einmal aus der Jugend selbst den Rabbinern und Lehrern entgegentönen zu lassen (Beifall.), für die es anscheinend ergreifend war, zu hören, welche Sehnsucht nach Religion in uns ist. (Bravo!). Nun' glaube ich, daß wir dieser Stunde nur gerecht werden können, toemt wir uns geloben, in stier nachfolgenden Diskussion die Dinge von derselben hohen Warte zu betrachten, und wenn wir nicht gestatten, daß diese Diskussion irgendwie von der Höhe hinuntergleitet, auf die sie Löffler gebrvcht hat. (Bravo!) Ich möchte schließlich noch bemerken, daß es ganz selbstverständlich ist, daß wir dieses Referat Löffler in weitgehendstem Maße, vielleicht durch" 'einen Sonderdruck, möglichst vielen Kreisen der deutschen Judenheit und auch der Christenheit zugänglich machen. (Stürmischer Beifall.) Nun muß ich initteilen, welche Anträge inzwischen hier eingelaufen sind. * ,

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