Mannheim
Compact Memory

Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands · 1919-05-01 · 2 (5.1919) · p. Seite 155

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
Volume
10 (1919)
Issue
2 (5.1919)
Date
1919-05-01
Page
Seite 155 (sequence 131)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/4926451-6352298-6352427--1677-4927766
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

155 geiagt worden ist — und an ihn wende ich mich ganz besonders —, daß er auch gegen die Festlegung der vaterländischen Gesinnung im Verbandsstatut nichts einzuwenden hat, wenn nur ein geschickteres Wort gewählt wird, ein Wort, das weniger als ein Schlagwort ausgelegt werden kann, und wenn überdies der Verbandsvorsitzeizde mit soviel Wärme sich an uns gewendet und gebeten hat, die Brücke der . Verständigung zu schlagen und so sich bereit erklärt hat, die Neutralität in demselben Paragraphen ausdrücklich festzulegen, so sehe ich wirklich keine Notwendigkeit dev Heraufbeschwörung einer Gefahr einer Trennung im Verbände, und ich glaube, meine Damen und Herren, wenn ich Ihnen etwas empfehlen soll, und ich glaube, wenn ich Ihnen als alter Vereinsmensch und alter Logenmann nach einen, Worte suchen helfen soll, das vielleicht in eben dem Maße den Gefühlen der vaterländischen Gesinnung gerecht wird, wie es die bisherige Fassung getan hat, wenn auch mit einem anderen Wort, dann schlage ich Ihnen vor, das Wörtchen „Patriotismus" zu wählen. (Widerspruch.) Vielleicht genügt das Herrn I>r. Kaufmann und seinen Freunden, weil es etwas anderes besagt, als die vaterländische Gesinnung in jenem politischen Sinne. Die Verbandsvereine erstreben die Pflege des Patriotismus unter voller Aufrechterhaltung der Neutralität. So haben wir, glaube ich, alles gesagt, was wir letzten Endes meinen. Darüber herrscht ja hier gar kein Zweifel. Es ban- — delt sich wirklich, wie Herr Dr. Kaufmann selbst gesagt hat, mehr oder weniger um Wortklauberei. Ich bitte Sie daher im Interesse der Einheit, der Erhaltung des Verbandes, sich auf das Kompromiß ’,n verständigen, das ich mir erlaube, Ihnen vorzuschlagen. Es han- ' delt sich lediglich um eine Redaktionsfrage. Ich habe mir nur das Wort erbeten, um zum Frieden zu mahnen, um Sie dringend zu bitten, alles zu tun, um — auf dem Boden der Neutralität sclbstversiändlich — den Verband in der bisherigen Form aufrecht zu erhalten. Roseiithal, Minden: Meine sehr verehrten Damen und Herren! ('H’ünticn Sie mir als einem Menschen, der berufsmäßig mitten' im volirischen Leben steht, in diesem Augenblick einen geschäftsordnungsuiäßigcn kurzen Antrag. Es ist im Laufe der letzten Wochen die 5. große bedeutungsvolle Tagung, , der ich als Vertreter einer bestimmten Gruppe beiwohnen muß. Ich muß 'agen, trotzden, ich seit mehreren Jahren gewohnt bin. volitisch kühl zu reden, ist es mir in diesem Augenblick nicht uiöglich, ruhig und klar zu sprechen, nachdem ich das Bekenntnis eines Mannes gehört habe, der 10 Jahre lang eine Bewegung unter Schwierigkeiten geführt hat, die nur der verstehen kann, der selbst an der Spitze einer Bewegung steht und der, selbst tagtäglich den schweren und ernsten Kampf der Geister und Meinungen praktisch mit erleben muß. Es 'gibt für alle die, die es ernst mit dem Verband und mit seinem Weiterbestand meinen, nur eins, und das isi eine Kundgebung, die unserem Vorsitzenden gerecht wird unter voller Wahrung aller unserer Meinungen vom ersten bis zum letzten. Ich habe mit einem Vertreter der Opposition, der eine große Anzahl, von

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.