Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 10 (1919)
- Issue
- 2 (5.1919)
- Date
- 1919-05-01
- Page
- Seite 156 (sequence 132)
- Language
- German
- Belongs to
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156 Stimmen vertritt, über einen Antrag gesprochen. Auch dieser Herr meint, dieser Antrag träfe das richtige. Ich unterbreite ihn als geschäftsordnungsmäßigen Antrag: „Der Verbandstag spricht seinem Vorsitzenden das vollste Vertrauen aus. (Stürmischer Beifall.) Er sieht auf Grund der Beratung kein Hindernis, das einer erträglichen Zusammenarbeit aller Richtungen entgegenstände." Nehmen wir diesen Antrag an, dann haben wir den Führer wieder, und haben wir den Führer und sind wir ihm entgegengekommen, dann wird sich auch der Weg finden, der zu einer richtigen Formulierung des viel umstrittenen Paragraphen führt. Dr. Ist Kahn: Meine Damen und Herren! Ich gehöre fachlich zu den Antipoden des Antragstellers und kann trotz der aus tiefstem Herzen und mit einer leidenschaftlichen Wärme vorgetragenen tiefinnerlichen Begründung unseres langjährigen Verbandsvorsitzenden in dieser Stunde leider von meinem Standpunkte als solchem nicht abgehen, möchte aber, wie ich das schon häufiger in diesen Wendepunkten unserer Tagungen getan habe, auch ferner eine Brücke zwischen den verschiedenen heterogenen Ansichten bauen. (Beifall.) Meine Damen und Herren! Ich glaube aber, daß es unmöglich erscheint, und ich bin genau so mit der Bewegung verwachsen wie mancher von Ihnen, um das nicht zu wissen, daß es unmöglich ist. mit einem Ja oder Nein heute abend eine solche schwerwiegende Sache. aus der Welt zu reden. (Sehr richtig!) Weil dem so ist. möchte ich Sie bitten, diese Angelegenheit derart zu erledigen, daß je.2 Vertreter der entgegengesetzten Anschauungen morgen vormittag während der übrigen Beratungen tagen, und daß diese Herren in Verbindung mit dem Antragsteller die Verpflichtung bekommen, unbedingt mit einem dieser Versammlung vorzulegenden formulierten Antrag aufzutreten. Sie würden sich morgen vormittag aber in endlose Debatten verlieren, und es besteht die Gefahr, daß wir uns ins Uferlose verlören. Sie können unmöglich in Regensburger's Antrag eine Grundlage sehen. Sie können unmöglich hier im Plenum zu irgendeiner Verständigung kommen, wenn Sie Ihre Weltanschauung opfern sollen. Das können wir als Leute mit unabhängiger Gesinnung nicht. Deshalb schlage ich vor, daß je 2 Leute zusammen mit dem Vorsitzenden unseres Verbandes zu morgen vormittag mit einem imperativen Mandat beauftragt werden, sich außerhalb der Sitzung zurückzuziehen, um eine Derständigungsformel zu finden und diese Verständigung, die unter allen Umständen gelingen wird und muß, Ihnen vorzulegen. (Beifall.) Ich bitte Sie, das zu tun, um deswillen, weil, wenn das nicht geschieht, der eine oder andere Verein gedroht hat — was ich auf das tiefste bedauere —, ein Secessio in montem non sacrum zu machen. Das ist aber bei einer solchen Sache nicht zu machen und es wird immer wieder Minoritäten geben, die sich dagegen bilden. Der Verband kannsich in einer solchen Zukunftsstunde nicht erlauben, mit Minoritäten zu arbeiten. Er kennt nur eine einheitliche Marschroute, darum möchte ich Sie anflehen, alle sonsfigen Dinge heute abend zuruckzustellen und 2 Herren des Standpunktes Apfel und 2 Herren des Standpunktes Antt-Apfel zu-