Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 10 (1919)
- Issue
- 2 (5.1919)
- Date
- 1919-05-01
- Page
- Seite 154 (sequence 130)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/4926451-6352298-6352427--1676-4927765- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
134 Ausführungen in einem Punkte, nämlich in bezug auf meine Stellungnahme zum Anträge Apfel 2, .klarzustellen, weil — Vorsitzender Dr. Apfel: Einen Augenblick! Ta muß ich die Versammlung fragen, ob sie es gestattet. (Rufe: Ja! — Nein!) Wir stimmen dann über den Antrag ab. Wer ist dafür, daß es'gestattet wird? Ich bitte um die Gegenprobe. ^— Die Mehrheit ist dafür. Kommerzienrat Stein: Meine Damen und Herren! Ich danke Ihnen sehr für Ihre Freundlichkeit und fahre nun in diesem Zitat fort, weil ich daran anzuknüpfen habe, daß, wenn damals die Großloge erklärt hat. Sie in keiner Weise beeinflussen zu wollen, und wir während 10 Jahren aus dieser Reserve wenig herausgetreten sind seit der Schaffung des Verbandes, ich Sie bitte, mir einige wenige Worte der Klarstellung zu gestatten in einem Moment, wo es sich um die Erhaltung des Verbandes zu handeln scheint. Vorsitzender Dr. Apfel: Es gibt yur ein Entweder — Oder: entweder tagen wir noch ein bißchen weiter, oder wir machen Schluß. Aber dieses Uiiterhalten gibt es nicht. (Lebhafte Rufe: Schluß! — Lebhafte Gegenrufe: Nein!) Ich stimme zunächst darüber ab, ob wir noch etwa eine halbe Stunde — mehr kommt ja nicht in.Frage - weiter tagen wollen oder nicht. (Rufe: Nein! Es kann kein Mensch mehr!) — Wir wollen einfach darüber abstimmen. Wer.ist für den Schluß der heutigen Tagung, den bitte ich die Hand zu erheben. — Cvcfi bitte um die Gegenprobe. — Ter Antrag ist abgelehnt. Kommerzienrat Stein: Meine Herrschaften, ich habe heute srüb mir gestattet, darauf hinzuweisen, daß eigentlich nur eine formale Tisfcrenz borliegt und keine materielle. Und der ganze Verlauf der Diskussion hat mich in dieser meiner Auffassung nlir bestärkt und ne mir bestätigt. Tenn, meine Damen und Herren, ich komme von der Ue-berzeugung und dem Eindruck nicht los, daß über die patriotische oder vaterländische Gesinnung, wie wir sie hier zum Ausdruck gebracht haben doch gar kein Zweitel vorherrscht. Es haben die schärfsten Gegner des Antrages Apfel 2 durchaus die vaterländische Gesinnung betont Und ich habe deshalb heute früh ja bereits auszuführen mir erlaubt, daß hierüber ja gar keine Differenz aufkonimcn kann, schon weil wir diese Gesinnung bei der Gründung des Verbandes jestgelegt haben. Ich habe mich lediglich darin unterschiede», daß ich es für meine Person für ausreichend hielt, diese neuerliche Bekundung der vaterländischen Gesinnung vielleicht in einer Resolution niedcrzulegen, anstatt daß man sie in das Verbandsstatut auiniiumt. Nach dem Verlauf der Tagung und der Diskussion aber habe ich für meine Person als Vertreter der Großloge durchaus nichts dagegen, daß Sie das, was Sie in einer Resolution bereits gesagt haben, oder was Sie in einer weiteren Resolution noch zum Ausdruck bringen können, letzten Endes auch im Statut.festlegen, wenn es in einer Formel geschehen kann — und darauf bitte ich zu achten —, die allen Anforderungen und allen Wünschen in diesem Saale entgegenkommt. Das halte ich aber nach den Ausführungen des Herrn Verbandsvorsitzenden durchaus für möglich. Meine sehr verehrten Tomen und Herren! Wenn mir von Herrn Dr. Kaufmann