Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 10 (1919)
- Issue
- 2 (5.1919)
- Date
- 1919-05-01
- Page
- Seite 140 (sequence 116)
- Language
- German
- Belongs to
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s — 140 — werden! (Beifall. — Vorsitzender: Ich muß doch bitten, diesen Vorwurf in dieser Verallgemeinerung zurückzunehmen.) — Also ich nehme diesen Vorwurf zurück, und trotzdem das parlamentarische Form ist. Aber ich bemerke, daß in den meisten Gemeindeverwaltungen keine jugendlichen Elemente, d. h. Männer in ihren besten Jahren zwischen 30—35 und 40 Jahren wenig anzutreffen sind. (Sehr richtig!) T-as ist eine Tatsache, die mir nicht bestritten werden kann, die aber garnicht hierher gehört. Ich sage nur, die Jugend hat auf Grund ihrer Leistungen das Recht, daß man ihr keine Gesetze vorschreibt, daß man ihr kein Programm vorschreibt, von dem sie nicht weiß, wohin es sie führt. Wir kennen unseren Weg, der, führt weiter, er hat uns bisher geführt und wird uns weiter führen; das weiß ich ganz genau. Aber das, was dann kommen wird, wenn wir uns „deutsch-vaterländisch" festlegen in dem Sinne, wie es im allgemeinen verstanden wird — ich hoffe, daß ich jetzt nicht mehr mißverstanden werde —, das weiß ich nicht. Jedenfalls wird der Weg nicht so schön und so gut weitergehen wie bisher. Selbstverständlich fügen wir uns der Majorität, wir sind parlamentarisch geschult und werden das tun. Ich für meinen Verein kann es sagen. Tie anderen badischen Vereine — das weiß ich nicht — werden vielleicht austreten. Ich kann Ihnen auch sagen, daß ich von verschiedenen Seiten hierher von Vereinen, die erst gegründet wurden, das Mandat bekommen habe, sie hier zunr Verbände anzumelden unter der ausdrücklichen Bedingung, daß die Neutralität aufrecht erhalten bleibt. Mehr kann ich Ihnen nicht sagen. Ich bitte Sie deshalb, — ich bitte auch Herrn Di*. Apfel, das nicht persönlich zu nehmen, sondern es handelt sich immer um die Sache — den Antrag Apfel abzulehnen. Aber ich will nicht nur negativ sein. Ich will einen positiven Vorschlag machen. Nehmen wir den Antrag Apfel an in der Form, in der er hier vorliegt als ganz positives Arbeitsprogramm und streichen wir die Worte „vaterländische Gesinnung" oder setzen jetzt dafür „staatsbürgerliche Pflicht" (Widerspruch) oder irgend etwas: über die Fassung können wir uns einigen. (Widerspruch.) Ich betone, wenn wir jetzt die vaterländische Gesinnung in unsere Statuten aufnehmeu, so wirkt das in diesem Zusammenhänge, wie es jetzt geschieht, als glatter Neutralitätsbruch. Halten Sie sich das vor Augen! Lassen Sie die Tatsache sich nicht ständig als Bruchstück vorfilhren, daß gesagt wird: wir sind doch nun einmal alle vaterländisch, warum wollen wir das nicht auch in die Statuten hineinbringen? Der Ton macht die Musik! Und auf den Zusammenhang kommt es an, und der Brief von Herrn Di*. Apfel ist nicht mehr aus der Welt zu schaffen. '(Sehr richtig!) Er war ein taktischer Fehle» Aber wenn Herr Di*. Apfel einen taktischen Fehler macht, so ist der Verband nicht verpflichtet, einen noch viel größeren zu machen. Das werden wir nicht tun. (Sehr richtig!) Infolgedessen bitte ich Sie, lehnen Sie den Antrag in der vorliegenden Form ab. Nehmen Sie ihn an, und setzen Sie statt der Worte „vaterländische Gesinnung" einen anderen Ausdruck oder nehmen Sie die Resolution an, die ich vorgeschlagen habe als Formulierung des 8 2a. (Lebhafter Beifall.)