Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 10 (1919)
- Issue
- 2 (5.1919)
- Date
- 1919-05-01
- Page
- Seite 131 (sequence 107)
- Language
- German
- Belongs to
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— 181 sie einer Palästina-Kommission erst zustimmen würden, wenn über Sie Vaterlandsfrage Klarheit geschaffen worden ist. Die Palästinafrage wollen wir nicht zum Gegenstand des Kampfes machen, da ich auch bei meiner heutigen einleitenden Rede den.Eindruck hatte, als ob die Worte, die ich gewissermaßen offiziell über Palästina gesprachen habe, doch den Gefühlen der Versammlung entsprochen haben. Ich persönlich kann z. B. unmöglich einer Kommission ein Mandat geben, ehe nicht für mich die Frage geklärt ist, ob der Verband überhaupt weiterhin existieren kann, und das ist die Kernsrage. An der kommen wir nicht vorbei. Tun Sie-mir einen Gefallen: stellen Sie den Antrag einmal 1 Stunde zurück. Alexander, Frankfurt a. M.: Ich bin der Ansicht, daß die Palästinafrage mit der anderen Frage innerlich gar nichts zu tun hat. Die Palästinafrage kann ganz ohne irgendwelche Beziehung zu der anderen Frage gelöst werden, und ich meine, wir könnten schon längst darüber hinweggekommen sein, wenn wir die Kommission eingesetzt hätten. Die Kommission ist in 5 Minuten gewählt. Vorsitzender vr. Apfel: Ich bedaure, mich in Gegensatz zu lieben Verbandsfreunden zu bringen, wenn ich mit Nachdruck bemerke, daß ich keiner Palästina-Kommission zustimme, bis nicht die vaterländische Frage geklärt ist. Ich kann es nicht. (Sehr richtigl) l)r. Jsi Kah« (zur Geschäftsordnung): Ich werde sachlich meinen Antrag auf 1 Stunde zurückstellen, möchte aber meinen, daß gerade das Moment, daß wir jetzt die Palästina-Kommission eingesetzt hätten, sür sehr viele ein Gesichtspunkt gewesen wäre, um eine Brücke der Verständigung viel, viel, schneller zu schlagen, und das war die Absicht, aus der heraus ich mich gerade in diesem Augenblick veranlaßt fühlte, diesen Antrag zu stellen. Vorsitzender Pr. Apfel: Ich möchte bemerken, daß ich bezüglich Palästinas vielleicht einen viel weitergehenden Antrag einbringcn werde, als die Einsetzung einer Kommission. Also, Sie sehen, das gibt zu Minungsverschiedenheiten Anlaß. Wir werden uns gegenseitig überbieten, und das ist nicht der Sinn der Sache. (R.-A. I>r. Kaufmann, Mannheim, betritt die Rednertribüne: der Vorsitzende unterbricht ihn.) Ich habe übersehen, daß Herr Assessor Richheimer, Stuttgart, sich zur Geschäftsordnung gemeldet hat. Seine Wortmeldung ist aber auch nicht ordnungsgemäß durch die Geschäftsführung gegangen. Assessor Richheimer, Stuttgart: Es ist schon der zweite Geschästsordnungsantrag eines württembergischen Vertreters, der.bezeichnenderweise nicht den ordnungsmäßigen Weg gegangen sein soll. Vorsitzender Pr. Apfel: Herr Richheimer, ich muß Sie ersuchen, derartiges nicht zn, sagen. Sie haben einen Antrag hinanfgelegtl Ach habe eine Unmasse zu tun. Alle anderen Teilnehmer wissen, daß die Anträge hier durch die Geschäftsführung gehen müssen. Wenn, Sie das als merkwürdig bezeichnen, dann ist das nicht die Tonart, die wir gewöhnt sind. Assessor Richheimer, Stuttgart: Ich bitte mich nicht zu unterbrechen, solange ich haS Wort habe. Ich habe den eben verlesenen