Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 10 (1919)
- Issue
- 2 (5.1919)
- Date
- 1919-05-01
- Page
- Seite 130 (sequence 106)
- Language
- German
- Belongs to
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ICO genden. sehnlichen Wunsch habe, der Verband mutz zusammenbleiben, so darf dieser Tag nicht nur mit dem verlaufen, waS ich -ls negative Arbeit bezeichne, negativ in dem Sinne, als nur Ungeklärtes, Zweifelhaftes aus dem Wege geräumt wird — das ist auch nötig, aber es ist nichts, was man als positive Arbeit bezeichnen kann — da ich nicht nur negative Arbeit gezeitigt sehen möchte, so unterstütze ich den Antrag des Herrn Dr. Ist Kahn, daß sofort eine Palästina-Kommission — ich hatte den Antrag bereits vor etwa einer Stunde gestellt — ernannt werde, und zwar, lieber vr. Apfel, aus dem Grunde, weil ich der Meinung bin, nachdem keine Resolution vorliegt über die Einzelarbeit, die im Verband in den Dingen der Palästina-Arbeit geleistet werden kann — daß von dieser Kommission die Richtlinien ausgehen sollen (vr. Jsi Kahn: Das will ich ja nur!) —, daß von dieser Kommission gewissermaßen nachträglich einige Leitsätze ausgehen, die dann der Verband, d.ie Tagung als Resolution annehmen soll. Mehr können wir auf der diesmaligen Tagung nicht leisten mehr brauchen wir auch nicht zu leisten (sehp^ richtig!) als das, als kundzugeben, mit welcher Stimmung diese Versammlung dem Palästina-Problem, soweit es alle Juden in Deutschland angeht, gegenübersteht. Aus diesen Erwägungen heraus bitte ich, die Kommission jetzt zu ernennen — wir brauchen darüber noch nicht einmal 5 Minuten zu verlieren — und dieser Kommission anheim zu geben, noch heute oder morgen nach Anhörung der Referate die Resolution vorzulegen, über die die Tagung dann zu befinden hat. Vorsitzender vr. Apfel: Es wehrt sich ja niemand dagegen, daß wir heute noch die Palästina-Kommission wählen. Dagegen ist ja kein Wort gesagt worden; aber wie sollen wir weiterkommen, wenn alle 10 Minuten ein Antrag gestellt wird, eine Frage vorweg zu nehmen? Ich bin überzeugt, daß die Palästina-Resolution mit überwältigender Mehrheit angenommen wird. Aber dazu sind noch verschiedene Fragen zu stellen. Ich hätte z. B. verschiedene Fragen über das Arbeitsgebiet usw. an die Antragsteller zu richten. So kommen wir nicht vorwärts. Erst müssen wir doch einmal die Grundlagen haben. Herr vr. Jsi Kahn (zur Geschäftsordnung): Ich möchte nur einen Irrtum richtig stellen. Ich habe gestern der Vorstandssitzung nicht von Anfang bis zu Ende beigewohnt. Wenn ich gewußt hätte, daß über die Pogromsache bereits ein Beschluß vorlag, hätte ich das bis morgen vormittag zurückgestellt. Im übrigen möchte ich sagen, daß das nicht einer von vielen Anträgen ist, sondern gewissermaßen der Antrag, d. h. ein Antrag, der wegen der ganzen Konstellation unserer Zeitverhältnisse sich so wesentlich am Horizont aller Anträge abzcichnet. daß es sich wohl lohnen würde, ihn aus der großen Masse hcrauszuheben. Ich bin der Ueberzeugung, daß wir das in 2 Minuten erledigt haben. Morgen nachmittag kann die Kommission bereits mit fertigen Richtlinien hervortreten. Vorsitzender vr. Apfel: Herr vr. Kahn, der springende Punkt ist der — ich will meine persönliche Stellungncchme dabei ausscheiden: Es sind eine Reihe von Delegierten hier, von denen ich weiß, daß