Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 10 (1919)
- Issue
- 2 (5.1919)
- Date
- 1919-05-01
- Page
- Seite 132 (sequence 108)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/4926451-6352298-6352427--1654-4927743- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
l 132 Antrag dem Herrn Dr. Krombach persönlich übergeben und nicht vor Lein Vorsitzenden hingelegt. Ein anderer Geschästsordnungsantra, von heute früh wird noch an Ort und Stelle auf dem Tisch liegen. Er ist nicht zur Verlesung gekommen. Ich habe es genügend leicht gemacht, wenn ich meinen Antrag vorlege. Ich lehne es als Vertreter der württembergischen Vereine ab, für uns Württemberger irgendwelche Ausnahmevorschriften von der ordnungsgemäßen Rednerfolge zu beanspruchen. Ich möchte es ausdrücklich betonen, daß ich es auch demzufolge ablehnen muß,- daß einem süddeutschen Vertreter außerhalb der Rednerliste das Wort erteilt wird, wiewohl ich es sehr bedauere, daß es erst abends gelingt, daß ein süddeutscher Vertreter zu Worte kommt. Vorsitzender Dr. Apfel: Meine Herrschaften! Wenn ich noch eine solche Rede höre, dann müssen Sie darauf verzichten, mich weiter hier am Tisch sitzen zu sehen. Was kann ich dafür, wenn Sie schlafen und sich nicht eher melden! Assessor Richheimcr, Stuttgart: Mein Antrag muß noch auf dem Tische liegen. Rechtsanwalt Lichtenberg, Hannover: Es ist allerdings ein Antrag während der Rede des Herrn Kollegen Apfel eingegangen, der gelautet hat, daß die Vertreter des Württembergischen Landesverbandes oder irgendwelcher süddeutschen Vereine dagegen protestieren, daß während der Rede von Herrn Dr. Apfel Wortmeldungen angenommen werden. Ich konnte natürlich den Redner während der Rede nicht unterbrechen, um diesen geschäftsordnungsmäßigen Antrag zu'verlesen oder zur Debatte zu stellen. Als Herr Dr. Apfel geschlossen hatte, war der Antrag von selbst Erledigt. Denn Sie konnten nicht niehr protestieren, daß Wortmeldungen erfolgen zu einer Zeit, wo Herr Kollege Apfel gar nicht mehr sprach. Da ist der Antrag auf den Tisch gelegt und selbstverständlich als erledigt betrachtet worden. Das ist die Geschichte dieses Antrages. Vorsitzender Dr. Apfel: Jetzt mache ich Herrn Assessor Richheimer darauf aufmerksam, daß er sein Gedächtnis etwas schärfen muß. Ueber diesen Antrags der von drei oder vier Herren gestellt war, ist heute morgeir verhandelt worden und auf meinen Vorschlag hot die Versammlung den Antrag nach eingehender Debatte abgclehnt. Ich bitte, doch mit Vorwürfen zum mindesten etwas vorsichtig zu sein. Rechtsanwalt Max Kaufmann-Mannheim: Meine Damen und Herren! Sie sehen, wie schwer es ist, hier gegen Schluß einer Debatte zum Wort zu kommen, wenn die Gemüter anfangen erregt zu werden und aus dem Bereich der sachlichen Verhandlungen herauskommen, auf dem zu bleiben wir uns alle die größte Mühe geben, und ich verspreche Ihnen, daß ich das auch tun werde. Es ist an sich bedauerlich, aber die Leitung des Vorstandes kann natürlich nicht dafür, daß ein Vertreter der süddeutschen Vereine und Vertreter des größten oder zweitgrößten Verbandsvereins überhaupt in einer so wichtigen Frage erst abends zu Worte kommt, wenn er sich vormittags um 9 Uhr schon genreldet hat.