Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 10 (1919)
- Issue
- 2 (5.1919)
- Date
- 1919-05-01
- Page
- Seite 119 (sequence 95)
- Language
- German
- Belongs to
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119 nicht eine antizionistische Organisation ist (na. na!), sondern das Sammelbecken aller der Juden, die auf deutschem Standpunkte stehen. (Beifall.) Infolgedessen ist es durchaus selbstverständlich, daß Vorstands- Mitglieder des Jugendverbandes im Vorstande des Centralvereins sitzen und daß umgekehrt ein Vertreter des Centralvereins im Vorstande des Jugendverbandes ist. Dadurch wird in keiner Weise die Neutralität verletzt. Denn Neutralität gilt nicht für den einzelnen. Der einzelne kann in jüdischen Dingen nicht neutral sein. Neutralität gilt nur für den Verband als solchen. (Sehr richtig!) Meine Damen und Herren, ich bitte Sie. nehmen Sie den Antrag des Herrn I>r. Apfel an. denn nur durch ihn schaffen Sie die feste Grundlage, auf der wir eine Arbeit leisten können, wie sie den großen Zielen entspricht, die sich unser Jugendverband von jeher gestellt hat. (Lebhafter Beifall.) I>r. Landsberg-Wiesbaden: Meine sehr verehrten Damen und Herren! Als einer derjenigen, die vor zehn Jahren hier den Verband der neutralen jüdischen Jpgendvereine mitgegründet haben, hat öS mich mit tiefem Schmerz erfüllt, daß von seiten unseres um die Verbandsarbeit so überaus verdienten Herrn Vorsitzenden heute eine, Debatte heraufbeschworen worden ist, die den ganzen ^kostbaren Tag beansprucht hat und noch weiter beanspruchen wird (Sehr richtig!) und die die Gefahr in sich trägt, daß unser Verband, an dem wir alle während dieser 10 Jahre mit solcher Liebe gehangen haben, in zwei Teile gespalten und dadurch zerstört wird. Als wir den Verband gründeten, da war es unser großer idealer Leitgedanke, der den Verband als eine neue jüdische Kulturtat in Deutschland erscheinen ließ, daß wir uns die Aufgabe setzten, die gesamte jüdische Jugend Deutschlands zu positiver jüdischer Arbeit zu einen; aber wirklich in dem Sinne zu einen, daß es auch der ganzen jüdischen Jugend Deutschlands möglich sei. an unseren Zielen mitzuarbeiten. Das war nur auf dem Boden der Neutralität möglich. Und nun ist aus einem Geist heraus, der viele meiner zionistischen freunde schon früher von der Mitarbeit beim Verbände abgehalten hat, wie ich sage, — leider — abgehalten hat, der Antrag des «Herrn l'r. Apfel geboren, und zwar der Antrag, der nicht etwa geändert ist. Ich stehe nicht auf dem Standpunkt des Herrn Kollegen Lichtenberg, daß die Sache sich dadurch geändert habe, daß Herr Dr. Apfel den ursprünglichen gedruckten Antrag zurückgezogen hat und den 8 1 bestehen läßt und nun in einem 8 2 neben anderen Punkten, die wir alle unterschreiben, genau das gleiche fast wörtlich sagt, was ursprünglich in dem 8 1 stand. (Zuruf: Es ist nicht gleich!) Ich werde es beweisen. In dem ursprünglichen Antrag heißt es: „Die ein bewußtes Judentum auf dem Boden deutschvaterländischer Gesinnung pflegen". Und nun heißt es hier: „Erstreben die Pflege bewußten Judentums auf dem Boden vaterländischer Gesinnung". Ob-man ..deutschvaterländisch" sagt, oder „vaterländische Gesinnung" ist gleich. Herr Kollege Lichtenberg hat von einem ganz anderen Standpunkt aus als es der, meine ist.' mit Recht den ersten Antrag Apfel auf das allerscharfste bekämpft. Und nun will er uns glauben machen, daß in der neuen Fassung des Antrags