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Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands · 1919-05-01 · 2 (5.1919) · p. Seite 120

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Journal
Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
Volume
10 (1919)
Issue
2 (5.1919)
Date
1919-05-01
Page
Seite 120 (sequence 96)
Language
German
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120 Apfel die Dinge anders geworden firii» und wir deshalb diesen'Antrag Apfel im 8 2 annehmen müssen, damit'nicht eine Spaltung im Verbände eintrete. So lassen sich die Dinge nicht faffer. Daß der Antrag Apfel da ist, ist überaus bedauerlich. Ta er aber einmal da ist, kann uns, die wir dagegen sind, der Vorwukf nicht gemacht werden, -aß wir es sind, -re eine Spaltung in den Verband hineintragen. (Sehr richtig!) Der Geist, in dem dieser Antrag des Herrn Dr. Apfel gestellt ist, ist der Geist des Centralvereins, und allein der Geist des Centralvereins, der noch immer einen erheblichen Teil der Seele unseres Verbandsvorsitzenden erfüllt, hat diesen Antrag des Herrn vr. Apfel geboren. Wie sehr dem Centralverein an diesem Antrag gelegen ist, beweist folgende Tatsache, die ich Ihnen nicht vorenthalten kann. Wie ich erst heute, in Berlin gehöxt habe, hat der Centralverein, nachdem der Antrag Apfel heraus war, an alle feine Ortsgruppen ein ausdrücklich als „vertraulich" bezeichnetes Schreiben gerichtet, worin die Ortsgruppen darauf hingewiesen wurden, in ihren Gemeinden in den jüdischen Jugendvereinen mit aller Kraft darauf hinzuwirken, daß nur Delegierte entsandt würden,' die für den Antrag Apfel sind. (Hört! Hört!) Meine verehrten Damen und Herren! Ich brauche Ihnen dieses Faktum nur mitzuteilen, ohne einen Kommentar daran zu knüpfen. Den Kommentar werden Sie selbst daran anschließen, wenn es sich darum handelt, Stellung zu nehmen (Sehr richtig!), dazu, wie wir uns zum Centralverein im Verbandsvorstand künftighin stellen wollen. Das mindeste, was wir verlangen müssen, ist, daß der Antrag angenommen wird, wonach der Centralverein darauf hingewiesen wird, daß, wenn er weiterhin die Kameraden-Organisationen unterstützt, für ihn in unserem Verbandsvorstand kein Raum mehr ist. (Zurufe.) Meine Damen und Herren! Der Antrag Apfel ist aber nicht nur aus dem Grunde abzulehnen, weil etwa wir Zionisten gegen diesen Antrag sind und weil durch diesen Antrag, das kann ich ja offen erklären, die Zionisten ans dem Verband der jüdischen Jugendvereine herausgetrieben würden und all die Zionisten, die heute noch, leider, wie ich von meinem Standpunkt sage, unserer Bewegung fern geblieben sitid, weiterhin dieser Bewegung fern bleiben tverden. Meine Aufgabe als Zionist und mein Bestreben war cs immer, möglichst meine Gesinnungsgenossen in diese Bewegung hineinzub^ingen, weil ich glaube, daß in dieser Bewegung wirklich positive jüdische Arbeit auch in unserem Sinne geleistet werden kann, und zwar auf neutralem Boden. (Sehr richtig!) Ich bin ja, glaub« ich, erst der zweite Redner von den vielen, die gesprochen haben, der die Sache von einem zionistischen Standpunkt aus betrachtet. Sie haben die sämtlichen Redner, die bisher gegen diesen Antrag gesprochen haben, gehört. Das war wohl die überwiegende Zahl. Alle haben den Antrag abgelehnt und zwar nicht als Zionisten, sondern deshalb, weil sie den Antrag aus andeten Gründen ablehnen müssen. Der 8 2 des Herrn Dr. Apfel sagt: Der Verband erstrebt die Pflege vaterländischer Gesinnung. Meine verehrten Damen und Herren! Ich wäre sehr dankbar, wenn mir einmal gesagt würde, was denn das

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