Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 10 (1919)
- Issue
- 2 (5.1919)
- Date
- 1919-05-01
- Page
- Seite 118 (sequence 94)
- Language
- German
- Belongs to
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I i — 118 — Leuten können wir nicht Zusammenarbeiten. (Lebhafte Zustimmung.) Und hier muß die Grenze gezogen werden. (Zuruf: Dazu brauchen wir keine Statutenänderung!) Um diese Grenze zu ziehen, haben wir allerdings die Statutenänderung bitter nötig. (Hört! hört! Widerspruch.) .. Wir verletzen dadurch in keiner Weise unsere Neutralität. (Widerspruch. Rufe: Doch, doch! Selbstverständlich!) Sie sagen, selbstverständlich sei es, daß wir ein positives Judentum Pflegen. Waru», wendet sich denn keiner von Ihnen dagegen, daß wir das in unser Statut bineinnebmen? Es gibt sehr viele Leute, die glauben, gute Juden zu sein und die doch kein positives Judentum pflegen, und ich behaupte, mit diesen Leuten können wir ebenfalls im Jugendverband nicht arbeiten, und deshalb muß auch die Grenze nach dieser Seite hin gezogen werden. (Sehr richtig!) Und daß wir die Grenze ziehen, ist wichtig aus Erfahrungen heraus, die wir in diesen Tagen gemacht hoben, die wir aber.vielleicht noch nicht genug gewürdigt haben. Achten Sie die Bewegung der Kameraden nicht gering. Es ist nicht richtig, ich weiß das, meine Damen und Herren, daß die Bewegung der Kameraden vom Centralverein beeinflußt ist. (Widerspruch.) Die Bewegung der Kameraden.,ist aus einer spontanen Eingebung der Jugend heraus entstanden. Ich kann Ihnen aus meiner Erfahrung erzählen, daß im besetzten linksrheinischen Gebiet dort, wo keine Verbindung mehr mit Berlin besteht, jüngst ohne jede Beziehung zum Centralverein in einer größeren Stadt eine solche Ka-, meradenbewegung gegründet worden ist. (Zuruf: In welcher Stadt?) In Bonn. (Lebhafte Zurufe.) Die jungen Leute wollten eine Bereinigung haben, die das Bekenntnis zum Deutschtum, die Pflege des- Teutschtums scharf betont, und ich glaube, daß in dem Augenblick, in dem der Jugendverband einen Antrag annimmt, wie er Ihnen hier vorliegt, es der Centralverein nicht mehr von der Hand weisen wird, alles zu tun, um diese Bewegung in die Reihen des Jugendverbandes hinüberzuführen. Ich möchte Sie davor warnen, einen farblosen Begriff wie etwa staatsbürgerliche Gesinnung an Stelle des Wortes „vaterländische Gesinnung" einzuführen. (Sehr richtig I> Wer die Terminologie des jüdischen Kampfes kennt, der weiß, daß auch dieser Begriff „staatsbürgerliches ^Bekenntnis" eine ganz bestimmte Note hat (sehr richtig!), und Sie wissen, daß dieser Begriff dazu dient, um die rein äußerlichen rechtlichen Beziehungen zum Staate zu betonen. (Sehr richtig!) Worauf es uns hier aber ankommt, ist das- Bekenntnis des innersten Erlebens (sehr richtig!), das innere bewußte Bekenntnis zum deutschen Volke und zum deutschen Vaterland. (Lebhafter Beifall.) Meine Damen und Herren! Eine Reihe von Rednern hat es als ihre Aufgabe betrachtet, hier den Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens zu bekämpfen, und von einem der Herren Redner glaube ich sogar, daß er eine Rede gehalten hat, die nur gsgen den Centralverein gerichtet war. Ich kann eS nicht verstehen, weshalb man hier diese Ausfälle gegen den Centralvsrein macht. Sie verkennen oder wollen verkennen, daß der Centralvereiu