Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 10 (1919)
- Issue
- 2 (5.1919)
- Date
- 1919-05-01
- Page
- Seite 109 (sequence 85)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 99% known words query
- IRI
…/4926451-6352298-6352427--1631-4927720- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
109 — Lehrer Levisohn-Essen (zur Geschäftsordnung): Ich habe nur.' zu einer kurzen. Erklärung das Wort genommen. Ich spreche im Namen des Rheinisch - Westfälischen Bezirksverbandes, den zu vertreten ich die Ehre habe. Sie haben in Ihrem Programm auch den Antrag dieses Verbandes hier vorliegen. Ich möchte dazu kurz bemerken, ich persönlich stehe auf dem Boden des Neutralitätsprinzjps. Vorsitzender Dr. Apfel: Herr Lehrer Levinsohn, Sie können nur zur Geschäftsordnung sprechen, aber keine Erklärung zur Sache abgeben. Mir wurde gesagt. Sie wollten einen Antrag zurückziehen. Lehrer Levinsohn: Ich muß es doch wenigstens erklären. Vorsitzender Dr. Apfel: Bitte schön! Lehrer Levinsohn: Meine Damen und Herren! Ich will mich ganz kurz fassen. Nachdem unser verehrter Vorsitzender seinen Antrag auf Aenderung des § 1 zurückgezogen hat und der § 1 in der alten Form, in der er Ihnen vorliegt, bestehen bleiben soll, besteht für den Rheinisch - Westfälischen Bezirksverband keine Veranlassung mehr, den Antrag, den wir hier eingereicht haben, aufrecht zu erhalten. Ich ziehe deshalb im Namen des Rheinisch - Westfälischen Verbandes diesen Antrag hiermit zurück. (Lebhafter Beifall.) Vorsitzender Dr. Apfel: Es ist also folgender Antrag des Rheinisch-Westfälischen Bezirksverbandes zurückgezogen: „Der Verband der jüdischen Jugendvereine Deutschlands bezweckt die Förderung der gemeinsamen Interessen der in Deutschland bestehenden jüdischen Jugendvereine, welche die Verinnerlichung des jüdisch - religiösen Lebens unter Ablehnung national - jüdischer Politik erstreben und pflegen." De. Königsberger»Mülheim a. Rh. (zur Geschäftsordnung) r Meine sehr verehrten Herrschaften! Es steht noch ein ganzer Schwarm Redner auf der Liste. Ich möchte Ihnen daher den Vorschlag machen, um die Sache etwas zu verkürzen, daß wir drei Redner noch für den 8 2 und drei Redner gegen den 8 2 anhören. Im letzten Grunde wird alles wiederholt, was wir schon gehört haben. Vorsitzender Dr. Apfel: Dieser Antrag wäre diskutabel, wenn es sich nur um 8 2 handelte. Es liegen aber ungefähr 10—20 Anträge über die verschiedensten damit zusammenhängenden Punkte vor. Wir würden ein Tohuwabohu, bekommen; jeder »vürde ar^f seinem Schlußwort bestehen. Ich bin der Ansicht, daß es am besten ist, daß wir unsere Delegierten, soweit es möglich ist, zu Worte kommen lassen; dafür sind sie nach Berlin gekommen. Und da man uns vor allen Dingen gesagt hat, wir in der Leitung kennen die Stimmung der Vereine nicht, so geben Sie uns doch einmal Gelegenheit, die Stimmung kennen zu lernen! Wer nichts Neues zu sagen hat, kann ja freiwillig verzichten. Rechtsanwalt Dr. Kaufmann-Mannheim (zur Geschästsordnun'g): äch möchte den eben eingebrachten Geschäftsordnungs-Antrag auf Verkürzung der Rednerliste, je drei dafür und dagegen, unterstützen. Es bandelt sich in erster Linie um die Neutralitätsfrage. Darin find wir alle einig. Jetzt sind noch alle Teilnehmer urteilsfähig. Wenn