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Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands · 1919-05-01 · 2 (5.1919) · p. Seite 108

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Journal
Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
Volume
10 (1919)
Issue
2 (5.1919)
Date
1919-05-01
Page
Seite 108 (sequence 84)
Language
German
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108 lichsten Anträge machen, die aus diesen Selbstverständlichkeiten Konsequenzen zu ziehen versuchen, die einfach lächerlich sind und nie und nimmer drin sind. Meine Damen und Herren! Denn die Herren Klatzkin und Erich Cohn werden vom offiziellen! Parteisekretär Blumenfeld als offizielle. Zionisten im deutschen Sinne genau so abgeschüttelt, wie wir sie von uns abschütteln. Es gibt keinen Zionisten, der diesen 8 2 nicht mit vollem Herzen unterschreiben könnte, und es gibt keinen Zionisten, der aus dem Verband der jüdischen Jugendvereine austreten würde und der aus einem jüdischen Jugendverein austreten wird, wenn der 8 2 in dieser Form angenommen ist. Das, meine Damen und Herren, bringen Sie in die Sache hinein, indem Sie sich scheuen, etwas zu bekunden und auszudrücken, was in Wirklichkeit Ihrer aller Empfindungen entspricht. Gewiß, meine Damen und Herren, es sind Selbstverständlichkeiten, die darin stehen, aber es ist das positive Programm und der wahre Grund und nur der einzige Grund; warum von der Derbandsleitung dieser Paragraph hineingenommen werden soll, ist der, daß wir es für nötig befinden, denen ein positives Programm zu geben, die uns inimer Vorhalten, daß wir kein positives Programm haben, es existiere alles nur in der Negation. Die Zionisten hätten das Positive, die wüßten, was sie positiv und als Programm zu bieten hätten, die wüßten, was sie unter positiver Arbeit verstünden. Meine Damen und Herren! Das ist das, was im 8 2 steht. Wenn dann die Anträge von Wiesbaden und von Herrn Kreuzberger kommen und sagen, wir wollen die vaterländische Gesinnung streichen, oder, wie Herr Lewin sagt,,diese vaterländische Gesinnung ist ein Wort, das falsch ausgefaßt werden kann, dann kann ich nur sagen: Ich verstehe das einfach nicht. Entweder kann man sagen, Man will kein^ Selbstverständlichkeiten aussprechen, man will kein positives Programm in die Statuten einsetzen. Aber meine Damen und Herren, wenn man ein positives Programm haben will, dann steht dem auch nicht das geringste entgegen, und dann muß man das eine genau so gut hineinnehmen wie das andere und dann ist das eine genau so selbstverständlich wie das andere (Glocke des Präsidenten) — ich bin fertig — und es ist unmöglich, daß man dann gerade das eine streichen soll, was unserer aller heiligsten Empfindungen entspricht und was uns allen auf der Seele brennt. Meine Damen und Herren! Ich bitte Sie, verschwenden Sie nicht Ihren Kopf an den einen oder anderen Ausdruck über eine Sache, die uns alle einigt und mit der wir alle übereinstimmen. Halten jSie sich nur daran, was der 8 2 ist. Dieser § 2 ist ein positives Programm, über das nicht die geringste Meinungsverschiedenheit besteht, und wenn nicht die geringste Meinungsverschiedenheit besteht, dgnn, meine Damen und Herren — damit schließe ich — machen Sie nicht aus einem formalen Gesichtspunkt, machen Sie nicht aus dem, was Ihnen allen selbstverständlich und was Ihnen allen Herzensbedürfnis ist, nicht einen Wendepunkt der jüdischen Jugendbewegung und einen Wendepunkt des zukünftigen Judentums in Deutschland. (Lebhafter Beifall.)

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