Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 10 (1919)
- Issue
- 2 (5.1919)
- Date
- 1919-05-01
- Page
- Seite 102 (sequence 78)
- Language
- German
- Belongs to
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102 uns, die wir die Satzung errichten, alles selbstverständlich, was wir in 8 2 aussprechen: ebenso wie die Pflege des bewußten Judentums ist uns auch die Einwirkung auf die sittliche Führung selbstverständlich. Alle diese Punkte sind ja gerade die ABC-Dinge unserer Jugendbewegung, über die es zwischen uns einen Streit nicht geben kann. Aber sie gehören alle in unsere Satzung hinein, gerade um nach außen zu zeigen und nach innen festzulegen, was uns selbstverständlich ist und was der unverrückbare Grundstein unseres Verbandes ist. Und wenn Sie nun grade den einen Punkt, die Pflege vaterländischer Gesinnung streichen wollten, dann kann jedenfalls der hier vorgebrachte Grund der Selbstverständlichkeit nicht als stichhaltig anerkannt werden. Und nun wollen Sie die Sache auch noch von einem andern Gesichtspunkt aus betrachten! Hier bündelt es sich nicht darum, was der ein-clne von Ihnen für überflüssig hält. Es gibt in unserem Verbände sehr viele Vereine und Personen, die grade in der augenblicklichen Zeit es für notwendig halten, nicht nach außen, wie dies schon!>>'. Apfel betont hat, iondern grade in unserer inneren Arbeit do-rvaterländische Gemeinschaftsgefühl zu festigen und mit allen Mitteln dahin zu wirken, daß unsere Mitglieder in freudiger, unverbitterter Vstichterfüllung dem Vaterlande in dieser Zeit der tiefsten Not ihre Kräfte widmen. Tiefen allen erscheint es als unabweisbares Bedürfnis, daß wir die Pflege vaterländischer Gesinnung unbedingt cüs die Grundlage unserer Arbeit in.voller Klarheit feststellen. Sie -wissen, daß die ganze. Bewegung der Kameraden und ähnlicher Gruppen, die sie heute mit einer Handbewegung abtun zu tönnen glauben, aus diesem Gedankenkreis heraus entstanden ist. Vorsitzender I>r. Apfel: Ihre Redezeit ist zu Ende. (Rufe: Weiter reden!) Vorsitzender Dr. Apfel: Ter Antrag liegt vor, Herrn Dr. Krombach weiter reden zu lassen. Itr. Krombach: 5 Minuten würden mir genügen. Vors tzender Dr. Apfel: Wer dafür ist, daß Herrn Dr. Krombach eine weitere Redezeit von 5 Minuten bewilligt wird, den bitte ich, die Hand zu erheben. (Tie Abstimmung erfolgt.) Vorsitzender Dr. Apfel: Das ist zweifellos die Mehrheit^ überwiegende Di\ Krombach: Ter eine oder andere von Ihnen mag der Ansicht sein, wenn wir die vaterländische Gesinnung in unsere Satzung bringen, so könnten dies zionistische Kreise als Angriff gegen sich betrachten. Die deutschen Zionisten behaupten aber, und ich glaube es ihnen, daß sie in vaterländischer Hinsicht genau so fühlen, wie wir, (Zuruf: Klatzkin!) Klatzkin ist kein deutscher Zionist und wird von den deutschen Zionisten abgeschüttelt. (Zuruf: Er tritt auch nicht in den ^ugemdverband ein!) Ich bin überzeugt, daß jeder deutsche. Zionist in der Lage ist, die vaterländische Note des §-2 zu unterschreiben. Wenn er daneben eine besondere national-jüdische Gesinnung für sich