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Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands · 1919-05-01 · 2 (5.1919) · p. Seite 103

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Journal
Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
Volume
10 (1919)
Issue
2 (5.1919)
Date
1919-05-01
Page
Seite 103 (sequence 79)
Language
German
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108 in Anspruch nimmt, so bin ich persönlich der Ansicht, daß er sich da in einer Selbsttäuschung befindet, die uns in diesem Zusammenhang nicht zu interessieren hat. Und wenn dennoch einer von Ihnen das überfeine Empfinden hat. der'Zionist könnte sich an dieser Formulierung des 8 2 stoßen, dann beachten Sie aber auf der anderen Seite, was ich vorhin sägte: Es ist vielen und abervielen deutschen Juden in und außer dem Verbände heute ein zwingendes Pedürfnis, die vaterländische Gesinnung in der Jugendbewegung zu betonen und zu betätigen. Wenn Sie diese Leute zurückstoßen pnb, nachdem ein solcher .Antrag ihnen vorgelegt ist, ihn etwa ablehnen, dann bedeutet dies nicht nur die Ablehnung der bloßen Formulierung, sondern kann und wird nicht anders aufgefaßt werden, als daß der Verband von vaterländischer Gesinnung nichts wissen will. (Zuruf: Der Antrag hätte nicht eingebracht werden dürfen.) Die Personen, die den Antrag eingebracht haben, hielten es für ihre heilige Pflicht, diesen ihren Gedanken im Interesse unserer Arbeit Ausdruck zu geben, und Sie Ihrerseits haben nunmehr die Verpflichtung, diese Gedanken und Gefühle zu respektieren. Ich bin am Schluß. Sie stehen vor der Frage: Wollen Sie wegen irgend einer feinen Ueberempfindlichkeit es dahin kommen lassen, daß die beantragte Festlegung der vaterländischen Gesinnung abgelehnt wird, obwohl dies von einem großen Kreise in unseren Reihen als unbedingt notwendige Grundlage unserer Arbeit gefordert wird? Wollen Sie tatsächlich diese mit glühendem Interesse' an unserer Arbeit erfüllten Personen und Vereine von sich stoß-n, und zwar nur deshalb, um nicht bei anderen Gruppen Anstoß zu erregen, die an unserer Tätigkeit nur geringen Anteil nehmen? Das ist klipp und klar die Frage, die der Entscheidung harrt. Nehmen Sie den beantragten § 2 an. dank ist die neutrale Grundlage gewahrt und Sie haben, ohne sich selbst einen Gewissenszwang aufzuerlegen, allen denen Gerechtigkeit widerfahren lassen, die da sagen, ich kann mir eine Jugendarbeit nicht denken, ohne daß neben der Pflege ' aufrechten Judentums aüchchie vaterländische Gesinnung als Grundlage unserer Tätigkeit sichergestellt ist. Lehnen Sie den 8 2 ab, dann werden Sie — unter der schwersten Gefährdung unseres Verbandes — alle diese wertvollen Kräfte von sich weisen und wahrscheinlich in eine einseitige Entwicklung treiben, die Sie und ich nicht wünschen. - Ich habe es immer gehofft, daß aus unserer Jugendbewegung heraus die positiven, in einmütiger Arbeit schaffenden Kräfte sich sammeln werden, die, abseits von sedem fanatischen Radikalismus, in ehrlichem, nüchternem Wirklichkeitssinn die gewaltigen Probleme lösen wollen,, an die unsere Zeit so überschwer ist. Wenn Sie den Ihnen vorgelegten Antrag ablehnen, so fürchte ich, daß dieser Beschluß in den entgegengesetzten Weg führt. (Lebhafter, anhaltender Beifall.) Vorsitzender Dr. Apfel: Es ist folgender Antrag eingelaufen: Zu 8 1:

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