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Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands · 1919-05-01 · 2 (5.1919) · p. Seite 95

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Journal
Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
Volume
10 (1919)
Issue
2 (5.1919)
Date
1919-05-01
Page
Seite 95 (sequence 71)
Language
German
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L- .• — 95 Konzessionen an die Zeitlichkeit. Dabei ist diese Angst vollständig unbegründet, denn die Regierungen Englands. Amerika- und Jtalicns haben in ihren Erklärungen unzweideutig zum Ausdruck gebracht, daß nichts getan werden solle, wodurch die bürgerlichen Rechte und die politische Stellung der Juden in irgend einem anderen Lande beeinträchtigt werden könnten. Trotzdem machen die Centralvereinter immer wieder mit diesem lächerlichen Argunient gegen uns Front und trotzdem sucht man das deutsche Judentum mit dieser Angst, die seine empfindlichsten Organe berührt, dieses Sicheinsfühlen zu entfremden und den deutschen Juden einzureden, sie wären keine guten Patrioten, wenn sie für Palästina und einen jüdischen Kongreß in Deutschland eintreten. Mit der Phrase, wir Zionisten wären weniger gute Patrioten, sollte endlich einmal nicht bloß in Bereinsdebatten, sondern auch in Vereinsgesprächen aufgeräumt werden. Die amerikanischen Zionisten Brandes, Morgenthau und wie sie alle beißen, die zu dem engeren und engsten Kreise Wilsons gehören, würden diesen Vorwurf mit großer Entrüstung zurückweisen. Vorsitzender Dr. Apfel: Herr Dr. Wolfheim, Ihre Redezeit ist bereits überschritten. Dr. Wolfheim: Durch die verschiedenen Unterbrechungen bin ich ielir beschnitten worden. Vorsitzender Dr. Apfel: Sie haben sich selbst mehrfach unterbrochen: andere Redner haben in derselben Zeit mehr gesagt. Wenn Lie aber wünschen, will ich die Versammlung befragen, ob Sie weiter reden dürfen. Dr. Wolfheim: Ich bitte darum! Vorsitzender Dr. Apfel: Herr Dr. Wolfheim bittet um eine weitere Redezeit von — wie lange, Herr Dr. Wolfheim? Dr. Wolfheim: 10 Minuten! Vorsitzender Dr. Apfel: Wer dafür ist, den bitte ich, erbeben. (Die Abstimmung erfolgt.) Ich bitte um die Gegenprobe! (?ie erfolgt.) Der Antrag ist abgelehnt. Ich beantrage, Herrn Dr. Wolfheim eine weitere Redezeit von 5 Minuten einzuräumen. Ich beantrage Akklamation hierfür. Es erbebt sich kein Widerspruch, der Antrag ist angenommen. (Dr. Wolfheim: Ich verzichte aufs Wort!) Dr. Apfel: Sie sehen, wohin wir kommen! In loyalster Weise geben wir dem einzigen Sprecher, der bisher die Redezeit überl'chritten hat, weitere 5 Minuten. Herr I)r. Wolfheim wollte auch darauf eingehen, nein, da bekommt er einen Wink: Verzichte! — Gloriole des Märtyrers! Dr. Wolfheim: Ich kann es in 5 Minuten nicht machen! B. Oppenheimer-Köln (zur Geschäftsordnung): Meine Damen und Herren k Es hat keinen Zweck, daß wir durch derartige Gefühlsmomente, die zweifellos hier mitgespielt haben, in irgend einer Weise vielleicht durch die ganze Tagung einen Mißton hindurchziehen lassen. Ich schlage Ihnen vor, Herrn Dr. Wolfheim eine Redezeit von 9 Minuten zu bewilligen (Heiterkeit!), damit wir zum Ziele kommen. die Hand zu

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