Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 10 (1919)
- Issue
- 2 (5.1919)
- Date
- 1919-05-01
- Page
- Seite 86 (sequence 62)
- Language
- German
- Belongs to
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86 nicht scharf genug betont werden. Wir wollen noch einmal abstimmen. und ich bitte die Stimmzähler-Kommission ihres Amtes tu walten. Herr Dr. Löffler beantragt, zunächst eine Abstimmung über den Willen der Neutralität vorzunehmen, ehe wir weiterdebattieren. Dr. Löffler-Frankfurt a. Main (zur Geschäftsordnung): Zur Begründung meines Antrages nur ein Wort. Es soll mit ihm gesagt sein, daß wir im Verlaufe der weiteren Verhandlungen bemüht sein wollen und müssen, allen diesen verschiedenen Anträgen eine Fassung zu geben, die sich mit dem Prinzip der Neutralität verträgt. Ob wir das, können, ehe wir den 8 2 annehmen, oder ob wir ihm eine modifizierte Fassung geben, das muß sich erst ergeben. Der Wille zur Neutralität soll aber von vornherein bekundet sein, schon der Außenwelt gegenüber. Rechtsanwalt Pasch-Berlin (zur Geschäftsordnung): Der Antrag Löffler ist lediglich ein taktischer (Zuruf Dr. Löffler: Nein, ein grundsätzlicher!). Ich halte es taktisch nicht für richtig, ihn in dieser Weise in die Generaldebatte zu werfen und diese zu zerstückeln. Denn die einzelnen Punkte, die zur Erörterung stehen, sogar der Punkt „Wiederaufbau Deutschlands", bezüglich dessen wir einen Beschluß gefaßt haben, stehen aufs allerengste im Zusammenhang. Der eine träxt den anderen, und was wir zum Schluß beschließen, kann sich nur aus einer Gesamterörterung dieser drei oder vier verschiedenen einzelnen Momente ergeben. Es ist , von uns der Antrag gestellt, der sachlich wie der Löfflers ausdrücklich' den Willen zur Neutralität feststellen soll. Es liegt aber auch ein gedruckter Antrag Rheinland-Westfalen vor, der ausgesprochen antineutral ist. Wir dürfen uns durch eine Vorabstimmung nicht des Rechtes berauben lassen, über den Antrag weiterhin auch in der Generaldebatte das zu sagen, was wir zu sagen für nötig erachten. Deshalb bitte ich den Antrag Löffler abzulehnen. Vorsitzender Dr. Apfel: Ehe wir über den Antrag Löffler abstimmen, muß ich etwas klarstellen. Es hatte sich hier Herr Justizrat Kuznitzky, der der Großloge angehört, zum Worte gemeldet. Wir haben ihm sagen müssen, daß wir ihm das Wort nicht geben können, weil er nicht Delegierter ist. Damit sollte keinerlei persönliche Stellungnahme gegen Herrn Justizrat Kuznitzky oder die Großloge verbunden sein. Aber bei einer Anwesenheit von vielleicht 200 Gästen aus anderen Organisationen können wir nicht jemand, der nicht Mitglied der Tagung ist, zu Worte kommen lassen. Ter Vertreter der Großloge ist Herr Kommerzienrat Stein. Wenn es der Wunsch der Großloge gewesen wäre, Herrn Justizrat Kuznitzky zu Worte kommen zu lassen, hätte man die Delegation be5 Herrn Kommerzienrat Stein zurückziehen und statt seiner Justizrat Kuznitzky delegieren müssen. Dr. Regensburger-Braunschweig (zur Geschäftsordnung): Meine Damen und Herren I Ich möchte Herrn Dr. Löffler dringend bitten, den Antrag zurückzuziehen. (Sehr richtig!) Er erscheint mir überhaupt parlamentarisch vollständig unmöglich. (Sehr richtig!) Man kann doch nicht während einer Debatte bereits über ein in der Dis-