Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 10 (1919)
- Issue
- 2 (5.1919)
- Date
- 1919-05-01
- Page
- Seite 85 (sequence 61)
- Language
- German
- Belongs to
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85 (Rufe: Ohol Neinl) Sie müssen doch so viel Disziplin haben, daß Sie einen Antrag anhören können. (Sehr richtig!) Dann liegt ein Antrag vr. Löffler vor: „Vor Weiterführung der Aussprache über den Willen zur Neutralität abstimmen Zu lassen." Ich glaube, zu verstehen, was vr. Löffler meint. Er will sagen, wir sollen von vornherein bekunden, daß wir neutral sein wollen. (Sehr richtig!) Herr vr. Löffler, wenn wir jetzt über Ihren Geschäftsordnungsantrag debattieren, befürchte ich, daß das eingeschränkt wird, was wir wirklich alle wollen. Ich glaube im Namen der gesamten Versammlung feststellen zu können — ich schließe mich ausdrücklich ein —, daß es unser aller Wunsch ist, die Neutralität aufrecht zu erhalten. (Beifall.) Diese Feststellung jetzt durch eine Abstimmung zu treffen, Herr vr. Löffler, hat gewisse Gefahren. Ich habe auch keine Rede gehört, aus der eine andere Auffassung sprach. Ich möchte Herrn vr. Löffler bittdn, den Antrag in der Form einzubringen, daß bei der Abstimmung in erster Linie die Neutralität festgestellt wird. - vr. Löffler-Frankfurt a. Main (zur Geschäftsordnung): Meine Damen und Herren! Ich möchte zur Begründung nur Folgendes ganz kurz sagen. Ich möchte keineswegs hie Aussprache über den Antrag vr. Apfel, einen 8 2 neben 8 1 einzuschalten, und die Aussprache darüber, welche modifizierte Fassung etwa dieser 8 2 erhalten soll, unterbunden sehen. Ich meine aber, nachdem wir zum Beginn unserer heutigen Tagung nach der einen Richtung, nämlich, daß' wir alle für die Wiedererstehung, Wiedererstarkung unseres Vaterlandes arbeiten wollen, Klarheit geschaffen haben, erscheint es mir nötig, daß wir auch über den anderen Punkt, der uns allen am Herzen liegt, wie unser verehrter Herr Vorsitzender eben sagte, uns absolute Klarheit schaffen. Und das kanv nur geschehen durch eine einmütige Kundgebung der Versammlung. Diese Bekundung könnte durch einfaches Handhochheben erfolgen, wie beim ersten Antrag. Vorsitzender vr. Apfel: Ich bringe nunmehr den Antrag vr. Löffler zur Abstimmung: „Vor Wetterführung^ der Aussprache über den Willen zur Neutralität abstimmen zu lassen."" Wer für den Antrag ist, den bitte ich, die Hand zu erheben. — Ich bitte um dje Gegenprobe. (Zurufe: Abgelehnt!) Herr vr. Löffler, da hier Zweifel darüber herrschen, ob der Antrag angenommen worden ist oder nicht, befürchte ich, daß der Zweck Ihres Antrages, die Debatte abzukürzen,^ verfehlt ist, da wir nun auszählen müssen, daß in dem Willen zur Neutralität keine Einmütigkeit besteht. Ich bitte Sie, den Antrag zurückzuziehen. vr. Löffler-Frankfurt (zur Geschäftsordnung): Ich bedauere, Vorsitzender vr. Apfel: Nein, Herr vr. Löffler, Sie sind gründlich im Irrtum. Heber den Willen zur Neutralität haben wir jetzt nicht abgestimmt, sondern nur darüber, ob wir gemäß Ihrer Ge-, schäftsordnungs-Anregung verfahren sollen. Damit hat keiner für »der gegen die Neutralität gestimmt. (Sehr richtig l) Das kann