Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 10 (1919)
- Issue
- 2 (5.1919)
- Date
- 1919-05-01
- Page
- Seite 84 (sequence 60)
- Language
- German
- Belongs to
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84 Zion einstellen? Erkennen Sie nicht, daß die Gottesnation unter dem besonderen. Schutze des Allmächtigen gestanden! hat? Sollte biefe große Tatsache nicht bei Ihnen allen den religiösest Glauben an den Schomer Israel, an den Hüter Israels, fest verankern und vertiefen? Dieses übergeistige Band, das allen Julien der Distspora gemeinsam ist, ist etwas so unverkennbar Göttliches, daß töir uns nicht genug über die Größe des Augenblickes wundern können. Möge aus dieser mächtigen Tatsache die religiöse Idee des Judentums neu bei Ihnen erstarken. Viele, die abseits standen, mögen zu den religiösen Urwelten des Judentums zurückkehren. Darum bitte ich Sie, aus Ihrer Mitte heraus eine Komission zu wählen, die dazu berufen ist, eine Ihnen von mir zu unterbreitende Palästina-Resolution durchzuarbeiten. Wo die ganze Judenheit, ja, die ganze Welt auf Palästina blickt, hat die jüdische Jugend Deutschlands nicht abseits zu stehen. Einen solchen Tag wie den heutigen, der uns durch Gottes Gnade beschieden ist, dürfen wir nicht vorübergehen lassen, ohne etwas' Wahrhaftiges, ohne etwas Großes für die lebendigen Ideale unserer Gemeinschaft beschlossen zu haben. Apfel hat ein treffendes Wort gesagt über jene Organisationen, die in Deutschland so bewußt antizionistisch arbeiten. Er meinte, wenn diese Organisationen, welche den religiösen Charakter der Judenheit immer so betonen, ebenso nachdrücklich auf die Vertiefung, der religiösen Werte hinarbeiteten, wie sie den Gegensatz zum Zionismus herauskristallisieren, wäre es um unser gegenseitiges Verhältnis besser gestellt. Diesen guten Worten kann ich mich voll und ganz anschließen. Jene Organisationen, die immer und immer wieder Jugendvereine mit antizionistischer Tendenz gründen wollen, sind sich der Schwierigkeit des Augenblicks sicher nicht voll bewußt. Wir können nur etwas schaffen und bauen, wenn alle hinter uns sind: Tie ganze jüdische Jugend soll es sein. Meine religiösen Ansichten und Anschauungen pflege ich in jenen Vereinen und Organisationen, die mir religiLZ nahestehen. Tie jüdisch-politischen. Anschauungen soll jeder von uns. ist jenen jüdisch-politischen Organisationen pflegen, denen er jüdisch-politisch nahesteht. Hier aber soll ein llbergeistiges Band die Idee des KTall Jisroel wach und lebendig erhalten bleiben. Wenn der Jugendverband nichts weiter getan hätte, als dieses eine, hätte er genüg historisch Unvergängliches geschaffen. Darum bitte ich Sie, meine Verehrten, wie auch immer die heutige Debatte kommen mag, lassen Sie uns zusammenstehen und versuchen, aus dem Labyrinth der Anträge einen gemeinsamen großen Gesichtspunkt herauszufinden, damit doranleuchte all unserem Tun und all unserem Fühlen die eine große Richtlinie: Der Wiederaufbau des Judentums! (Lebhafter, lang anhaltender Beifall.) ' Vorsitzender Dr. Apfel: Es ist ein Asttrag eingelaufen: «Der Delegiertentag soll zum Kapitel „Kongreß" beschließen, *n_ ^.er Worte „sämtliche deutsche Juden" treten die Worte „sämtliche in Deutschland wohnende Juden", damit auch Aus»- Länder an den Kongreßtagungen teilnehmen können/