Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 10 (1919)
- Issue
- 2 (5.1919)
- Date
- 1919-05-01
- Page
- Seite 43 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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klbcnds in nächster Zeit ine .Berufsberatungsstelle Graudeng" ins Leben ruien zu können. ' . Am 30. Januar sprach Herr Lehrer Mannheim über: .Die jüdisck:? Eh« -n alter und neuer Zeit"; am 13. Februar Herr Rabbiner vr. Loevb rbör: „Geselligkeit in Bibel und Talmud"; am 20. Februar Herr San.üüsrat I>r. Lcwy über: .Das Auge". Der übrige Teil der Zusammenkünf:,-, die jeden Donnerstag stattfanden° wurde durch Beantwortung zahlreich eingegangcner Fragen, durch musikalische und rezitatorische Vorträge und zuweilen durcti Tanz ausgefüllt. Auf Wunsch der Vercinsmitglieder wurde ein Stenographiekursus gegründet, an dem sich über 20 Personen beteiligen. Um die körperliche Ertüchtigung der Jugend nicht zu vernachläs'igen, wurde sofort eine Wandergruppe ins Leben gerufen, die sogleich ihre Tätigkeit-begann und bisher jeden Sonntag ihre Ausflüge in die Umgegend macbte. Welcher Beliebtheit sich unser Verein erfreut, zeigte die am 16. JUiu: von uns veranstaltete Purimseier. Weit über 500 Personen — darunter aucl> Mitglieder und Gäste aus der Umgegend — nahmen an dem Feste teil. Sie legten ein beredtes Zeugnis ab von dem dankenswerten Interesse, das die Graudenzer trotz der bedrängten politischen Lage der jüdischen Jugendbeivjkgung entgegenbringen. I Hannover. Während der letzten drei Kriegsjahre waren alle jüngeren Mitglieder des Vorstar8>es sowie der weitaus größte Teil der jüngeren Mitglieder zu den Fahnen einberufen. Infolgedessen war das Vereinsleben in den letzten Jahren völlig zum Stillstand gekommen, so daß wir nur mit einem gewissen Zagen nach Abschluß des Waffenstillstandes an den Wiederaufbau unseres Vereins herangingen. Erfreulicherweise erwiesen sich aber uniere Befürchtungen gänzlich grundlos. Als wir gm 28. November 1018 zu einer Chanukah-Feier zum erstenmale wieder eine Einladung des Jüdischen Jugendvereins ergehen ließen, fand sich eine ganz unerwartet große Zahl jugendlicher Mitglieder ein. In rascher Folge konnten wir, gefördert durch ein immer größer werdendes Interesse der alten, heimgekehricn und der neu hinzutretenden Mitglieder, unser Bereinsleben nicht' nur wieder auf den Stand der Friodensjahre bringen, sondern wir durften mit Genugtuung eine Begeisterung für unsere Bewegung fcststellen, die die der Friedensjahre nicht unwesentlich überkraf. Getreu unserem bewährten Programm suchten wir auch jetzt in allererster Reihe unsere Mitglieder, mit jüdischen' Fragen vertraut zu machen. So veranstalteten wir zwei ErörterungSabende über den .Jüdischen Kongreß in Deutschland", einen Vortragsabend über die .Mischehe" (Herr Landesrabbiner vr. Rieger, Braunschweig), einen Erörterungsabend über daS .Judenproblem" (nach dem.Buche von Breuer) und einen Vortragsabend über .Praktische Frauenarbeit 'm Palästina" (Frau Sonia Gronemann, Berlin). In zwei weiteren Vortragsabenden sprachen Herr Direktor Silberberg, Ahlem, und Frau Gertrud Lichtenberg, Hannover, über .Die Berufswahl der männlichen und weiblichen jüdischen Jugend". Vor allem aber suchten wir durch zyklische Veranstaltungen jüdisches Wissen und Denken unter unseren Mitgliedern zu verbreiten. Infolgedessen schufen wir Bibelkurse in hebräischer Sprache und hebräische Sprachkurse, und seit Beginn des neuen JahreS hält Herr Lehrer Zuckermann jede zweite Woche eine Vorlesung über „Charakter und Wesen der Geschichte des H