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Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands · 1919-05-01 · 2 (5.1919) · p. Seite 38

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Journal
Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
Volume
10 (1919)
Issue
2 (5.1919)
Date
1919-05-01
Page
Seite 38 (sequence 14)
Language
German
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38 •» lassen sich in einer Zeit nicht geben, wo politisch und wirtschaftlich alles im Fluß ist. Das Bild, das hier entworfen ist, ist kein erfreuliches. 'Ls kann naturgemäß aber nicht besser sein als unsere politische und wirtschaftliche Lage überhaupt, Aber ebenso wie wir trotz aller schweren Schläge der letzten Zeit den (Klauben an Deutschlands wirtschaftlichen Wiederaufbau nicht verloren hadert, heißt es auch hier: „Arbeiten und nicht verzweifeln." Wer Arbeitswillen und Arbeitskraft hat, wird auch in der Zukunft in der Lage sein, seinen Platz zu finden, wenn er auch vielleicht manches Vorurteil aufgeben, manchen Lieblingswunsch zurückdrängen muß. Gerade deshalb ade: gilt es, die Frage der Berufswahl und Berufsumschichtung mit besonderer Aufmerksamkeit zu behandeln. Der gesunde Optimismus, der stets ein Ervteil des Judentums war, der in den schwersten Heimsuchungen des Schicksals stets dasjenige zu finden strebte, was daraus zum Guten führte, wird auch hier helfen. Freilich muß planmäßig und mit besonderer Lnergie zur Arbeit geschritten wird. Wenn Deutschlands mobiles Kapital zu Grunde geht und tvenn der Feind, wie wir befürchten müssen, die Hand auf unsere Bode»- schätze legt, so ist unsere Volkskraft die Summe der geistigen und körperlichen Werte im deutschen Volke das einzige Kapital, das Deutschland noch sicher besitzt und das kein Feind ihm nehmen kann. Dieses Kapital gilt es zu beivabren. und deshalb gilt es, jeden einzelnen an den richtigen Platz zu stelle». Alle Hoffnung auf diesem Gebiete gilt der Jugend! Gerade vom jüdischen Standpunkt gewinnt die Frage der richtigen Derufsverteilung gegenwärtig »och ein iveiteres schwerwiegendes Interesse. Tech deutschen Juden muß m der deutschen Volkswirtschaft der gebührende Platz erhalten werden. S:e müssen gerade in der Zeit der Sozialisierung vor der Proletarisierung geschürt werden. Es muß ihnen die Gelegenheit zur Entfaltung der Persönlichkeit gegeben, die Erziehung zu treuen Staatsbürgern, wie zu aufrechten Bekenner» unserer Gemeinschaft ermöglicht werden. Hierzu gilt es, die geeigneten wirtschaftlichen Grundlagen zu schaffen. Eine Gemeinschaft, die aus wenigen ganz Reichen und daneben aus einem unzufriedenen Proletariat besteht, ist nicht lebensfähig. Es gilt, den Mittelstand zu erhalten und »« I schaffen. Es gilt insbesondere auch den jungen Leuten diei Existenz in einer Form und zu einem Zeitpunkt zu ermöglichen, der die Begründung einer Familie und die Heranziehung des Nachwuchses in geeigneter Weise gestatver. Dies kann nur geschehen, wenn wir gerade in der jetzigen Zeit alle einschlägigen Fragen sorgfältig verfolgen können, wenn wir auf der einen «eite die geeigneten Sachverständigen heranzichen, wenn wir auf der anderen Sene in ständigem Zusammenhang mit der Jugend bleiben. Mögen die jüdischen Jugendvereine das Ihrige zur Lösung' dieser große» T' Aufgabe beitragen. J

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