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Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands · 1919-05-01 · 2 (5.1919) · p. Seite 37

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Journal
Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
Volume
10 (1919)
Issue
2 (5.1919)
Date
1919-05-01
Page
Seite 37 (sequence 13)
Language
German
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37 589 mittlere und 49 niedere Reichs- und Staatsbeamte, sowie 131 mittlere und 55 niedere Kommunalbeamte jüdischer Religion. Widerstände bcr Behörden gegen jüdische Anwärter im speziellen würden ja wohl unter der gegenwärtigen Regierung ausgeschlossen sein. Es kommt aber auch hier zunächst die augenblicklich bestehende Uebcrfüllung fast aller mittleren Beamten, laufbahnen in Betracht. Die Beamtenlaufbahn wird aber im Laufe de: Zeit für viele jüdische junge Leute, di« sich sonst dem Kaufmannsstande zuge-' wendet hätten, in Frage kommen. Günstig sind jetzt schon vielfach die Aussichten in der Unterbeamtenlaufbahn, wo sich auch durch Annäherung der Beamtenbetvcgung an die Arbeiterbewegung die Einkommensverhältnisse verbessert haben. Wenn der Grundsatz »Freie Bahn dem Tüchtigen" wirklich ernsthaft durchgeführt wird, bieten sich ja viel!eich, auch für einen Untrrbeamten, der Intelligenz und Anpassungsfähigkeit mitbringt, größere Mög-, lichkeiten als früher. Der wirtschaftlich aussichtsvollste Beruf in Deutschland ist wohl gegenwärtig der des Landwirts. Eine intensive Bch>enkultur wird eine der Hauptgrundlagen des wirtschaftlichen Aufbaues sein müssen; die Zuführung jüdischer junger Leute zur Landwirtschaft ist daher ein Problem, das, soviel eS auch in den. letzten Jahren schon erörtert wurde, jetzt ganz besonderer ergehender Betrachtungen bedarf. Schwierigkeiten macht hier freilich zunächst die Beschaffung von Lehrstellen. Bei der allgemeinen Uebcrfüllung und bei' den gegenwärtigen Schwierigkeiten des Großstadtlebens, namentlich auf dem Gebiete der Ernährung drängen jetzt weite Kreise auf das Land, insbesondere wollen viele frühere Offiziere den Beruf des Landwirts ergreifen. .Die :venigen Elevenstellen, die der Hauptstelle zur Verfügung stehen, sind daher gewöhnlich sofort besetzt. Freilich muß auch hier betont werden, daß die Schwierigkeit für den jüdischen Landwirt besonders in dem Augenblick einsetzt. wo er nach beendeter Ausbildung eine Stelle sucht. Gerade in landwirtschaftlichen Kreisen bestehen große Vorurteile, mit deren Schwinden in absehbarer Zeit nicht zu rechnen ist. Plätze für jüdische Inspektoren undGutsocrwalter sind daher schwer zu beschaffen, im allgemeinen wird man nur demjenigen raten könn<n^sich der Landwirtschaft zu widmen, der später einmal damit rechnet, selbst ein Gut erwerben oder pachten zu können, ums allerdings bei der neuen Siedlungsgesetzgebung leichter sein wird, als bisher.. Für die jüdische Jugend wird vielleicht noch mehr als die eigentliche Landwirtschaft der Gartenbau in Frage kommen. Diese Andeutungen dürften wohl genügen, um zu zeigen, daß die Frage der Berufswahl und Berufsberatung ein schwieriges, aber auch ein dringendes Problem ist. ,Ein abschließendes Bild oder auch nur bestimmte Richtlinien

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