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Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands · 1919-05-01 · 2 (5.1919) · p. Seite 36

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Journal
Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
Volume
10 (1919)
Issue
2 (5.1919)
Date
1919-05-01
Page
Seite 36 (sequence 12)
Language
German
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36 r ■ - ten noch etwa 4—5000 weitere Zahnärzte in Deutschland ihr reichliches Auskommen finden, natürlich nur. wenn sie sich nicht gerade auf Niederlassung in Berlin, Frankfurt a. Main oder Breslau versteifen. Das von der Hauptstelle herausgegebene oben erwähnte Merkblatt über den Zahnärzteberuf gibt üiejr weitere Auskunft. Als immerhin etwas günstiger können die Aussichten in dem technischen Beruf bezeichnet werden. Wenn sich Deutschland aus der Katastrophe auszuraffen beginnt, wird sich in erster Linie ein Arbeitsfeld für den Techniker, d. h. insbesondere für den Architekten, für den Maschinenbauer und den Bau- Ingenieur ergeben. Mit Recht ist von berufener Seite auch das Wort geprägt worden, .daß der tüchtige Chemiker der Retter unserer verarmten Industrie werden kann". Es ist anzunehmen, daß bei'Anbahnungen friedlicher Beziehungen der deutsche Techniker wieder der Pionier des Deutschtumim Auslande werden wird. Bei der Berufswahl ist daher das Augenmerk der jüdischen Jugend stärker als bisher auf die technische Laufbahn, namentlich auf die mittlere Karriere, mehr als aus die akademische zu richten. Mehr als bisher aber ist der Blick bei der Berufswahl vor allem auf das Handwerk zu lenken. Wenn dieses in der Zeit vor dem Kriege in viele» Zweigen auch von der Großindustrie zurückgedrängt war. so gab es doch eine Reihe von Formen, die wie Schlosserei, Tischlerei lebensfähig geblieben waren oder wie der Mechanikerberuf, der Installateurberuf sich neu entwickelt hatten. Gerade unter den Verhältnissen, wie sie sich in nächster Zeit entivickeln werden, kann aber vielleicht mit einem Aufblühen des Handwerks im weiteren Umfange gerechnet werden. Unter dem Einfluß der neuen Gesetzgebung, unter den Schwierigkeiten, die die Durchführung einest Betriebes mit einer großen Anzahl von Arbeitern und Angestellten mit sich bringt, werden d:e Großuntcrnebmungen wahrscheinlich stark zurückgehen und cs hat wieder derjenige mebr Aussicht auf Erfolg, der in der Lage ist, auf Grund seiner persönlichen Tüchtigkeit ohne großes Personal etwas zu leisten. Wenn die HauptstcUe namentlich bei ihrer Begründung ihr Augenmerk der Zuführung der Juden zur mittleren und unteren Beamtcnlausbahn zugewendct bat, so muß auch jetzt zunächst abgcwartet werden, wie sich die Verhältnisse nach dem Kriege gestalten. Bisher war die Laufbahn des mittleren und unteren Beamten die erstrebenswerte Grundlage für eine bescheidene und geachtete Mitlclstandseristenz, die gab die Sicherheit der Stellung, die dauernde Versorgung im Alter und gegenüber den Wechselfällen des Lebens. Daß sie bisher von Juden so wenig eingcschlagen wurde, lag auch nach Aeutzerungcn aus behördlichen Kreisen nicht an einem Widerstand auf Seiten der Behörden, sondern daran, daß sich nur eine sehr geringe Anzahl jüdischer Anwärter meldete. Immerhin gab es nach der Bcrussstatistik von 1907 säwn

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