Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 10 (1919)
- Issue
- 1 (3.1919)
- Date
- 1919-03-01
- Page
- Seite 17 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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SSnigSber,. Mit der Eröffnung unseres Jugendheims, über »essen Einweihung in dieser Zeitung seinerzeit berichtet wurde, ist das Leben ,n unserem Verein in ein ganz neues Stadium getreten. Deschränkte sich früher der Betrieb in unserem Verein hauptsächlich aus vorträge im Winter und auf Ausflüge im Sommer, während außerhalb der Veranstaltungen die Mitglieder, in keinerlei Fühlung miteinander standen. >o ist nunmehr allen unseren Mitgliedern und Freunden Gelegenheit geboten, die Räume unseres Vereins täglich aufzusuchen, sich in die in großer Anzahl daselbst auSlicgenden Zeitungen zu vertiefen. Schach zu spielen und zu musizieren. Dies wurde besonders angenehm von den Soldaten empfunden. welche nach Königsberg eingezogen waren und hier keinen Anhang hatten. Gdnz abgesehen von den oben erwähnten Vorzügen sind wir infolge des Vorhandenseins unseres Jugendheims in die Lage versetzt worden, außer den regelmäßigen Vorträgen Spczialzirkel einzurichten, die sich eines sehr guten Besuches erfreuen. So haben wir vor allem zwei Zirkel unter der Leitung der Herren Dr Lazar und Perlmann eingerichtet, in welchen die Teilnehmer über die aktuellen Probleme des Judentums unterrichtet werden und bei welchen sie Gelegenheit haben, sich in der freien Aussprache zu übca. Ferner haben'wir einen literarischen Zirkel gegründet, fli welchem unter der Leitung der Damen Wehrend und Striemer verschiedene Dichtungen gelesen werden, welche einen gewissen Zusammenhang mit' dem Judentum haben. ' - ' Außerdem besteht noch ein musikalischer Zirkel miter der Leitung von Fräulein Lichtenstein, welcher ebenfalls recht schöne Erfolge aufzuweisen hat. Me beiden zuletzt erwähnten Zirkel haben bei den Feiern und Freitag-' Abenden unseres Vereins zur Verschönerung der Veranstaltungen erheblich beigetragen. WaS die einzelnen Vorträge »nd Veranstaltungen betrifft, so 'eien folgende besonders envähnt: E» sprachen Herr Gerhard Birnbaum über «Anteil der Juden an der deutschen Kunst der Gegenwart"; Herr Universitäts-Professor I)r. L ö h r über »Der Prpphki Jesaias"; Herr Erich Altert bum über «Konfessionelle Militär-S t a t i st i k"; Herr Referendar Wechselmann über ..Die politischen Parteien und die deutschen Juden"; Herr Referendar vr. Lazar über „Berufsberatung"; Herr stuck jnr Königsberger über «Zur I u d e n s r a g e"; Fräulein Käthe Lichte n st e i n über «D i e jüdische Frau"; Herr llr Fritz Laser- Berlin über «DiejüdischeBewegünginBerkin". Dieser zuletzt erwähnte Vortrag unseres früheren Vorstandsmiigliedes. brachte uns besonders wertvolle Aufschlüsse über die augenblickliche Lage >n Berlin, was wir um so freudiger begrüßen, als wir zu der Ueberzeugung gekommen sind, daß die Mitglieder Anspruch darauf haben, in größerem Umfange alS bisher über aktuelle Fragen unterrichtet zu werden. Diesem Zwecke dienen auch die Jeitungsreferate. welche verschiedentlich in unserem verein ge'halten wurden, und an die sich regelmäßig eine ergiebige Aussprache anschloß. Bor allem wurde an zwei dieser DiskussionS-Abenden übet Ässimi-. lation lebhaft diskutiert. Unser Verein ist an der hiesigen OrtSstelle für Berufsberatung^ beteiligt und hat zum Zwecke der Ausübung dieser Berufsberatung sein« Räume zu< Verfügung gestellt. Einstweilen scheint sich aber die Idee dieser