Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 10 (1919)
- Issue
- 1 (3.1919)
- Date
- 1919-03-01
- Page
- Seite 16 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/4926451-6352298-6352426--1537-4927627- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
16 rückhaltlose Verwirklichung der politischen und religiösen Gleichstellung für alle Schichten des deutschen Volkes ohne Ansehen der Parteistellung und Konfession. Die Veranstaltung hat ihren Zweck, aufklärend zu wirken, voll und ganz erreicht. So erklärte z. B. der Vorsitzende der hiesigen Ortsgruppe des Deutschnationalen Handlungsgehilfenverbandes dem Redner, der Vortrag habe ihn davon überzeugt, daß die antisemitische Hetze, die in seinem Verbände von Berlin ausgehe, unrecht sei, und daß er bereit wäre, dies Herrn vr. Lange auch fcöriff Itdi zu bestätigen. Hilpcsheim. Hier wurden am 25. Januar die Arbeiten des Jüdische« Jugendbundes wieder ausgenommen. In der Eröffnungssitzung hieß Herr Schönbach die Erschienenen herzlich willkommen und gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß der Ruf, den Jugendbund wieder erstehen zu lassen, s» lebhaften Widerhall gefunden habe. Er begrüßte die neu hinzugetretenen Mitglieder und Gäste, u. a. den Vorstand der Synagogengemeinde sowie den Präsidenten der Hillcl-Loge. Er dankte besonders der Hillel-Loge, die ihre schönen Räume für den Abend zur Verfügung gestellt hatte. Zu seinem lebhaften Bedauern habe der Hauptredner des Abends, Herr Landtagsabgcordneter vr R c g e n s b u r g e r Braunschweig, in letzter Stund« wegen Erkrankung absagen müssen. In liebenswürdigster Weise habe sich icdoch Herr Landrabbincr vr. Lewinsky bereit erklärt, für den Redner einzuspnngen. Herr vr. Lewinsky wies in seinem Dortrage darauf hin, daß der im Jahre 1911 gegründete Jugendbund HildcSheim bei Kriegsausbruch seine Tätigkeit einstellcn mußte, da die Mehrzahl der männlichen Mitglieder zu den Fahnen eilte. Der Jugendbund habe sich zur Zeit veranlaßt gesehen, sein gesamtes Vereinsvermögen dem Roten Kreuz zu überweisen. Durch Zuwendungen des hiesigen Ortsausschusses für Jugendpflege ständen dem Verein jedoch wieder Geldmittel zur Verfügung. Herr vr. Lewinsky stellte drei Ziele dem Jugendbund als Richtlinien, Als erste verlangte er die körperliche Ertüchtigung der jungen Juden, al» zweite die sittliche Erziehung und als dritte die geistige Bildung. In seiner weiteren Ausführungen betrachtete er noch als Hauptaufgabe deS Jugendbundes, die relegiöse Gesinnung zu fördern, und fand damit begeisterte Zustimmung der Anwesenden. In der darauf stattfindenden Vorstandswahl wurde Herr Lehrer Stern rinstiinmig zum erstcii Vorsitzenden gewählt. Dieser gab darauf in kurze« .Worten die Ideen seines Programms wieder, welches sich zur Hauptaufgabe die Vertiefung der Kenntnis der jüdischen Geschichte innerhalb der Jugend setzte, damit diese freie Anhänger und Verteidiger ihres Glauben» werden kann. Gleichzeitig schlug er der Versammlung den weiteren Vorstand vor, der darauf einstimmig wie folgt gewählt wurde: 2. Vorsitzender: Herr Alwin Schönbach, 1. Schriftführerin: Fräulein Irma Frank, 2. Schriftführerin: Fräulein Käte Rosenstern, Kassierer: Herr Will: Moses, 1. Beisitzer: Herr Sostheim, 2. Beisitzer: Fräulein Emm: Gold schm idt; ferner als Bibliothekarin: Fräulein Resi Oppenh e i m e r. Zum Ehrenmitglied wurde Herr Landrabbiner Dr. Lewinsky ernannt. Nach einer angeregten Debatte, die sich speziell um zionistischen Fragen befaßte, schließt die Versammlung., Der Abend ergab die Anmeldung von insgesamt 110 ordentlichen und 60 außerordentlichen Mitgliedern.