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Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands · 1919-03-01 · 1 (3.1919) · p. Seite 9

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Journal
Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
Volume
10 (1919)
Issue
1 (3.1919)
Date
1919-03-01
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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9 i nüiii 18. Dezember 1918). Wenn wir gegenüber dem Be fenntnis der Zionisten zum jüdischen Volke uns als unablöslichen Bestandteil des deutschen Volkes bekennen, so nennt man das eine würde loie Kundgebung (vgl. Leon Rosenberg im „Jüdischen Echo") t,„» man nennt uns im Jargon der Antisemiten Denunzianten, beschuldigt uns. daß wir die Eintracht stören, als ob derjenige die Eintracht stört der dem Bekenntnis des Gegners das eigene Bekenntnis entgegenstcllt. und als ob das Selbstbestimmungsrecht nur sür die jüdischnationalen. nicht aher für die deutschnationalen Juden bestehe. Dir Verständigung wird ganz besonders erschwert dadurch, daß die 'Heißsporne der Partei der Leitung noch weniger parieren, wie in anderen Parteien, und daß sie weit über das zionistische Ziel hinausschicßew Tie zionistische Leitung vertritt wenigstens den Standpunkt, das» man in den Ländern der Diaspora ein getreuer Staatsbürger sein, an allen Rechten teilnehmen, alle Pflichten erfüllen soll, aber die Heiß warne der Partei — und man läßt sie auch in dem offiziellen Parte:- moniteur gewähren — kümmern sich darum nicht: sie treiben den völkischen Gedanken in die äußerste Konsequenz, und diese äußerste Konsequenz ist die, daß sie sich mit den Antisemiten in dem Gedanken begegnen, die Juden seien hier fremd, hätten) an der deutschen Kultur nicht mitzuarbeiten und sollten sich hier nur um jüdische Dinge küm-, mern. Die Artikel der Rabbinowitz in München und des Erich Cohn, dem die „Jüdische Rundschau" Aufnahme gewährt hat, obwohl sie der offizielle Moniteur der zionistischen Vereinigung ist, und von dem sie nachher wohl schweren Herzens abgerückt ist. öffnen jedem, der sehen will, die Augen. Die Geister, die man entfesselt hat, kann man nicht meistern. Man bedenke die Würdelosigkeit und die Begriffsverwirrung, die in der Auffassung Erich Cohns liegt, wir seien hier fremd sollten uns zwar nur um jüdische Sachen kümmern, aber die Frag»' .nicht gar zu ängstlich und spitzfindig" lösen, weil wir sonst nach seiner Auffassung hier nicht einmal Aerzte oder Anwälte sein könnten. Als ob, wenn wir fremd wären und wenn wir nicht deutsch empfänden' »nd fühlten, man nicht mit Recht uns auch als Ärzte und Anwälte :>erhorreszieren würde, und als ob unsere deutschen Volksgenosien die Spitzfindigkeit des Herrn Erich Cohn als eine gerechte Abarevmng des Volksfremden ansehen würden. Sind wir fremd und nichts weiter wie Staatsbürger, die chre staatsbürgerlichen Rechte und Pflichten erfüllen, an deutscher Kult», und deutschem Volksempfinden aber nickst teilnehmen, so kann in den Zeiten, wie wir sie jetzt haben, wo national-chauvinistische Ideen Orgien feiern, der Gedanke sich Bahn brechen, daß die Juden 'insgesamt gut täten, das deutsche Vaterland zu verlassen. Indessen dürfen uns die Gedankengänge jüdischer Chaumnisten nicht dazu bringen, zu verkennen, daß wir Glaubensbrüder sind, und wir dürfen mit ihnen nicht Bruderkriege auf den Gebieten führen, wo eine gemeinschaftliche Zusammenarbeit möglich ist. Solche Gebiete gibt es unbeschadet des prinzipiellen Gegensatzes zwischen der Ausialsung der Zionisten und des Centralvereins. a) Wir können mit ihnen kämpfen für die Gleichberechtigung de: JuAe« in allen Ländern der Welt, für die Aufhebung aller Ausnahme-

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