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Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands · 1919-03-01 · 1 (3.1919) · p. Seite 10

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Journal
Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
Volume
10 (1919)
Issue
1 (3.1919)
Date
1919-03-01
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
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10 gejefec/iue sich gegen Juden richten. Ob das Reich sich gegen Ausländer absperren oder die Grenzen öffnen soll, mag jeder mit feiner poli1 tischen und sozialen -Lebensauffassung ausmachen; als Judew dürfen wir es nickt dulden, daß Ausnahmegesetze gegen Ausländer nur des halb erlassen werden, weil sie Juden sind. Wir dürfen nickt dulden daß die Grenze nur gegen Inden gesperrt wird. h) Wir tonnen dafür eintreten. daß in den Ländern jüdische, Massensiedlnng, wo die Inden nach Sprache, Ge ckichte. Kultur Ratio nalitäten iinD; wie z. B. in Polen. Rninänien und Littauen, ihnen dort die Rechte nationaler Minoritäten, insbesondere die nationale Autonomie gewährt wird. Wir würden die Juden vergewaltigen wenn wir sie zwingen würden, sich.germanisieren oder polonisieren zu lassen wenn wir ihnen ihre jüdisch-deutsche Sprache nehmen würden. Dorr, wo jüdische Massensiedlung ist,' die Juden Rationalitäten ge ivesen sind, dort inögen sie es weiter bleiben; nur sind wir der Meinung, haß in den Ländern des Westens die Juden nationale Mino, itäten nicht sind und sein sollen; wir lehnen es ab, hier jüdische Volks gemeinden zu bilden Wrr wollen haben, daß die jüdische Gemeinde neu organisiert wird auf breitester demotratischer Grundlage, daß ein allgemeines gleiclvs Wahlrecht Allen gegeben wird. Wir wollen Mitarbeiten a» einer Zusammeniassung der Gemeinden, damit der Zersplitterung i» Tausende kleine lebensunfähige Gemeinden ein Ende gemacht wird und wir ivollen haben, daß die jüdischen Gemeinden die großen soziale», ethischen, apologetischen Pflichten erfüllen, die das Judentum auferlegl «1 > Wir wollen denen, die jüdisch-national fühlen, die eine Sehn suckr nach Zion haben,' eine Heinistätte eröffnet sehen; wir wollen haben, daß die Einwanderung und Besiedelung ihnen dort nicht er säuven wird und daß auch um des Deutschtums wegen die Fäden nickt zerrisien werden, die uns mit Palästina verbinden, wenn wir uns auch von einem jüdischen Staat in Palästina keinen Segen verspreche» können, weder für die dortigen Juden, noch für die Juden der Diaspora >-l Wir wollen, um die durck die Neuordnung der Tinge geschas jenen Fragen zu lösen, einen Kongreß haben, aber wir können an keinem Kongreß teilnehmen, der das Bewußtsein der Zugehörigkeit zum jüdischen Balte zur Bedingung der Teilnahme stellt. Wir erkennen paar anä> die Einheit des Judentums an, aber sie ist uns eine Einheit des F'laubens, des GlaubeliS an den Gott unserer Väter, an die unzerstör baren ethischen Ideale, die diese durch das Elend des Exils geleitet habe» und denen auch tvir treu bleiben wollen. Ties Höhere, Schönere, Gei stia-- ist uns die Einheit des Judentums, nicht aber eine völkische Ei» heit. An einem Kongreß, der jüdisch-nationale und deutsch-nationale Juden umfaßt, wollen wir teilnehmen. Wir wollen diesen Kongreß «inbreitester Grimdlage gescl>affen sehen und dies Fragen behandeln Me uns Inden als Juden interessieren; derartige Fragen gibt es gcnng, deren Bewältigung der Arbeit wert ist. Wir wollen dort über die Trennung von Staat und Lerche beraten vom jüdischen Stand Punkt au?-. Wir wollen über die Wahlberechtigung ausländischer Jude» in den Gemeinden beraten und diese Fragen lösen. Ich möchte nur darauf Hinweisen, daß, wenn die Zionisten den Begriff der B o l k s ge neinden aufrecht erhalten wollen, wenn sie die Erziehung unserer

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