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Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands · 1919-03-01 · 1 (3.1919) · p. Seite 7

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Journal
Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
Volume
10 (1919)
Issue
1 (3.1919)
Date
1919-03-01
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Wie ich mir bas zukünftige Programm des Central oereins denke. Von Gchkimrat vr. Eugen g-udjrs. Der Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glauben; ist gegründet als ein innerpolitischer Abwehrverein. Er hat sich vorerst nur um die Gleichberechtigung der deutschen Juden in Deutschland gekümmert und Abwehrkämvfe gegen die Negierung und die bevorrechteten Klassen geführt, die uns die Gleichberechtigung dem Ge etze zuwider versagten. Nun ist die Herrschaft von Adel, Militarismus und Bureaukratismuü gebrochen. Hieraus ergibt sich folgendes für uns: >. Die antisemitische Front mutz geändert werden. Die ketzige Regierung ist demokratisch und wird als solche kaum ein Gegen stand des Kampfes sein. Da sie nach ihren demokratischen Prinzipien freie-Bahn dem Tüchtigen lassen mutz, wird sie nicht das, was das Gesetz gewährt, im Wege der „administrativen Prellerei" — ich zitiere das Wort Mommsens — den Inden nehmen. Ta der Antisemitismus von heute nicht mehr so sehr in den Erlassen der Bureaiikratie. als im Lärm der Presse und der Gasse leben wird, so werden wir ihm dort entgegenzutreten und dort den Kampf gegen antisemitische Volksströmungen und gegen ihre Exponenten — die politischen Parteien — zu führen haben Gegen die Volksströmnngen inüssen wir kämpfen mit Waffen des Geistes. Dazu ist es nötig, daß wir ein positiv e/§ Prdaramni haben, eine bestimmte Lebens- und Weltaufsassung. So)wertvüklauch die bloße Abwehrtätigkeit ist, io können wir doch eines rwsitiven^kv» grammes nicht entraten, am allerwenigsten im Kampfe gegen diejüdischen Gegner des Centralvcreins, gegen die Zionisten. ll. D i e i n n c r j ü d i s ch c Front: Unser Programm und unser Losungswort war es, Deutschtum nnd Judentunn^zii versöhnen, eine Synthese zwischen Religion und Vaterland, zwischen Glaübc und Heimat zu finden. Wir wollten gute Juden bleiben und gute Deutsche lein, selbstbewußt und treu sein, wie ich bei der Begründung des Verbandes der deutschen. Juden sagte, das Neue ausnehmen und das Alte nicht preisgeben, nicht vergessen, daß wir die Erben einer Dergangenheit sind, die es uns verbietet, restlos, d. h. unter Verleugnung unserer Väter und unter Preisgabe unserer Tradition in der Mitwelt aufzugehen. Wir wollen uns nicht einseitig assimilieren. sondern das Judentum wieder beleben auf dem Boden des deutsctvn Vaterlandes und mit den Andersgläubigen zusammen in einem Typus höheren Menschentums ausgehen. Tie Synthese haben' wir darin gefunden, daß wir Deutsche jüdischen Glaubens und jüdischen Standes sind, daß »ns die Stammes- und Glaubensart aber nicht völkisch von den Deutschen absondert, daß wir deutschnational, nicht jüdischnational. nur jüdische Religionsgemeinschaft und nicht ein jüdisches Volk, am allerwenigsten ein fremdes Volk in Deutschland sind. Wir sind deutschvölkisch und wollen gute Juden bleiben. Wir haben den Kampf gegen die Taufe der Alten und der Jungen ausgenommen, noch ehe die Zionisten auf dem Plane waren und auf daS religiöse Band sonderlich Wert legten. Es ist vermessen von den Zionisten. zu sagen daß. wer nicht Zionist ist. kein guter Jude ist. Wir 2*

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