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Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands · 1917-12-10 · 6 (10.12.1917) · p. Seite 225

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Journal
Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
Volume
8 (1917)
Issue
6 (10.12.1917)
Date
1917-12-10
Page
Seite 225 (sequence 65)
Language
German
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- 225 — es gestaltet sie nicht immer, und iie entstehen oft qhne seine Einwirkung."^ In der Tat wäre es Durrfwne verfehlt. Die leibliche Beschaffenheit selbst der t i e f st st e h e n d e n Memchengi uppen gaäz aus ihrer Umgebung ableiten zu wollen. Und noch viel verfehlter, den gleichen Zusaiiiiuenhang für zivilisierte Menschen anzunehinen. Was nicht ciniual der Anthropologie crlanbt ist, ist für die Soziologie ein krasser Lenkfehler. Und zwar sind hier zwei ganz verschiedene Fälle zu unterscheiden, das Beieinanderleben sehr verschiedener, namentlich auch kulturell verschieden hoch entwickelter Typen in einein Lande, und die A n> g l e i ch u n g verschiedener, nieist nahe vernvndzer Rassetypen aneinander, namentlich der kulturell tiefer stehenden an den höheren, aber auch in seltenen Fällen umgekehrt. Was den eisten gall anlangt, fo ici Bagehot zitiert, der schreibt: „Der englische Ansiedler lebt in demselben Klima wie der Australier oder Täsmanier und wird doch nicht gleich wie diese: auch würden tausend Jahre in den Hauptsachen keine Gleichheit Herstellen. Die Papuas und Malayen haben, wie Hr. Wallarc findet, feit undenklichen Zeiten neben einander i» den gleichen tropiicken Gegenden gewöhnt, wo sie heute noch wohnen, und find dennoch so verschieden."') Hier besteht ein Nebeneinander anthropoloc iicher Arten, die, wenn überhaupt, nur durch die lockersten aller denkbaren sozialen Bande zusammengehaltcn werden, besteht kaum, wenn überhaupt, eine Andeutung des Gleichheitsbewnsttieins'(conciousnesd of kiiiÜ) und der gemeinsamen Reaktion aus Impulse, besteht fast mir Gegensatz und Abstoßung. Wo aber ein auch nur etwas engeres soziales Banks besteht, da ist Anziehung und Angleichung bis zur Gleichheit. Zollichan sagt ganz allgemein: „Man bat die Erfahrung gemacht, dc ß ein jahrelanger oder jahrzehntelanger Aufenthalt unter einen, Bolkc von ausgeivrochenem Kultnrgepräge jeden Fremden diesem Volke in feinem ganzen Aeusteren, Auftreten und Aussehen assimiliert."') Und er zarus: „Weder ihr Charakter, noch jbr Bei stand zitiert als Beweis Launtericheidet heute die in-Prenszen doch so zahlreichen französischen Flüchtlinge hon den Leut- und hat auch bereits ahmnn^ spielt: „Aber anaebörene Neigung scheu." Auch hier ist Bagehot vorangegangen grundfätzl'ch die Rolle erkannt, die hier die Nackia selbst bei diesen nübl'chen Besonderheiten bat di? des meni'ckilichen Geistes, sich seiner Umgebung ähnlich zü machen, viel mitgewirkt: ein schwerfälliger Engländer eignct üch ost in wenigen Jahren den lebhaften amerikanischen Blick an: ei i Irländer oder Tentscher erlernt ihn gleickifalls. seihst mit allen englischen!Eigentümlichkeiten. Und in hundert anderen geringeren Punkten, durch die sich der tyvii'che Banker auszeichnet, batte die Nützlickikei sprung noch an ihrer Fortpflanzung teil. Jrg weder an ihrem klrndcinc hervorragende 'i i. <-. e. n7 b, TaS Rassenproblem. Sien nnd Leipzig 1910. E. 189.

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